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Schlagzeilen

Letztes Training vor der Sommerpause am Do., 25.07.2013!

 

Das Evangelium nach Lukas

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Das Evangelium nach Lukas.

Vorwort.

1

Da es nun schon viele unternommen haben, einen Bericht von den Ereignissen zu verfassen, die sich unter uns zugetragen haben, 2 wie sie uns die ueberliefert haben, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind, 3 hat es auch mir gut geschienen, der ich allem von Anfang an genau gefolgt bin, es dir, vortrefflichster Theophilus, der Reihe nach zu schreiben, 4 damit du die Zuverlaessigkeit der Dinge erkennst, in denen du unterrichtet worden bist.

Ankuendigung der Geburt des Johannes.

5 Es war in den Tagen des Herodes, des Koenigs von Judaea, ein Priester mit Namen Zacharias, aus der Abteilung des Abia; und seine Frau war aus den Toechtern Aarons und ihr Name Elisabeth. 6 Beide aber waren gerecht vor Gott und wandelten untadelig in allen Geboten und Satzungen des Herrn. 7 Und sie hatten kein Kind, weil Elisabeth unfruchtbar war; und beide waren in ihren Tagen weit vorgerueckt.

8 Es geschah aber, als er in der Ordnung seiner Abteilung den priesterlichen Dienst vor Gott verrichtete, 9 traf ihn, nach der Gewohnheit des Priestertums, das Los, in den Tempel des Herrn zu gehen, um zu raeuchern. 10 Und die ganze Menge des Volkes stand betend draussen zur Stunde des Raeucherns. 11 Ihm erschien aber ein Engel des Herrn und stand zur Rechten des Raeucheraltars. 12 Und als Zacharias [ihn] sah, wurde er bestuerzt, und Furcht kam ueber ihn. 13 Der Engel aber sprach zu ihm: Fuerchte dich nicht, Zacharias! Denn dein Flehen ist erhoert: Elisabeth, deine Frau, wird dir einen Sohn gebaeren, und du sollst seinen Namen Johannes nennen. 14 Und er wird dir zur Freude und Wonne sein, und viele werden sich ueber seine Geburt freuen. 15 Denn er wird gross sein vor dem Herrn; weder Wein noch starkes Getraenk wird er trinken und schon von Mutterleibe an mit Heiligem Geist erfuellt werden. 16 Und viele der Soehne Israels wird er zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren. 17 Und er wird vor ihm hergehen in dem Geist und der Kraft des Elia, um der Vaeter Herzen zu bekehren zu den Kindern und Ungehorsame zur Gesinnung von Gerechten, um dem Herrn ein zugeruestetes Volk zu bereiten. 18 Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich dies erkennen? Denn ich bin ein alter Mann, und meine Frau ist weit vorgerueckt in ihren Tagen. 19 Und der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und ich bin gesandt worden, zu dir zu reden und dir diese gute Botschaft zu verkuendigen. 20 Und siehe, du wirst stumm sein und nicht sprechen koennen bis zu dem Tag, da dies geschehen wird, dafuer dass du meinen Worten nicht geglaubt hast, die sich zu ihrer Zeit erfuellen werden. 21 Und das Volk wartete auf Zacharias, und sie wunderten sich, dass er so lange im Tempel verweilte. 22 Als er aber herauskam, konnte er nicht zu ihnen reden, und sie erkannten, dass er im Tempel ein Gesicht gesehen hatte. Und er winkte ihnen zu und blieb stumm. 23 Und es geschah, als die Tage seines Dienstes zu Ende waren, ging er weg nach seinem Haus.

24 Nach diesen Tagen aber wurde Elisabeth, seine Frau, schwanger und zog sich fuenf Monate zurueck und sagte: 25 So hat mir der Herr getan in den Tagen, in denen er [mich] angesehen hat, um meine Schmach vor den Menschen wegzunehmen.

Ankuendigung der Geburt Jesu.

26 Im sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt von Galilaea, mit Namen Nazareth, gesandt, 27 zu einer Jungfrau, die einem Mann namens Joseph, aus dem Haus Davids, verlobt war, und der Name der Jungfrau war Maria. 28 Und er kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegruesst, Begnadigte! Der Herr [ist] mit dir. 29 Sie aber wurde bestuerzt ueber das Wort und ueberlegte, was fuer ein Gruss dies sei. 30 Und der Engel sprach zu ihr: Fuerchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden. 31 Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebaeren, und du sollst ihm seinen Namen Jesus nennen. 1.32 Dieser wird gross sein und Sohn des Hoechsten genannt werden; und der Herr, Gott, wird ihm den Thron seines Vaters David geben; 33 und er wird ueber das Haus Jakobs herrschen in Ewigkeit, und seines Koenigtums wird kein Ende sein. 34 Maria aber sprach zu dem Engel: Wie wird dies zugehen, da ich von keinem Mann weiss? 35 Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird ueber dich kommen, und Kraft des Hoechsten wird dich ueberschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren werden wird, Sohn Gottes genannt werden. 36 Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, auch sie erwartet einen Sohn in ihrem Alter, und dies ist der sechste Monat bei ihr, die unfruchtbar genannt war. 37 Denn kein Wort, das von Gott kommt, wird kraftlos sein. 38 Maria aber sprach: Siehe, [ich bin] die Magd des Herrn; es geschehe mir nach deinem Wort. Und der Engel schied von ihr.

Maria bei Elisabeth - Lobpreis der Maria.

39 Maria aber machte sich in diesen Tagen auf und ging mit Eile in das Gebirge, in eine Stadt Judas; 40 und sie kam in das Haus des Zacharias und begruesste die Elisabeth. 41 Und es geschah, als Elisabeth den Gruss der Maria hoerte, huepfte das Kind in ihrem Leib; und Elisabeth wurde mit Heiligem Geist erfuellt 42 und rief mit lauter Stimme und sprach: Gesegnet [bist] du unter den Frauen, und gesegnet [ist] die Frucht deines Leibes! 43 Und woher [geschieht] mir dies, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44 Denn siehe, wie die Stimme deines Grusses in meine Ohren drang, huepfte das Kind vor Freude in meinem Leib. 1.45 Und glueckselig, die geglaubt hat, denn es wird zur Erfuellung kommen, was von dem Herrn zu ihr geredet ist!

V. 46-55: vgl. 1Sam 2,1-10.

46 Und Maria sprach:

Meine Seele erhebt den Herrn, 47 und mein Geist hat frohlockt in Gott, meinem Heiland.

48 Denn er hat hingeblickt auf die Niedrigkeit seiner Magd; denn siehe, von nun an werden mich glueckselig preisen alle Geschlechter.

49 Denn Grosses hat der Maechtige an mir getan, und heilig ist sein Name.

50 Und seine Barmherzigkeit ist von Geschlecht zu Geschlecht ueber die, welche ihn fuerchten.

51 Er hat Macht geuebt mit seinem Arm; er hat zerstreut, die in der Gesinnung ihres Herzens hochmuetig sind.

52 Er hat Maechtige von Thronen hinabgestossen und Niedrige erhoeht.

53 Hungrige hat er mit Guetern erfuellt und Reiche leer fortgeschickt.

54 Er hat sich Israels, seines Knechtes, angenommen, dass er gedenke der Barmherzigkeit 66 - wie er zu unseren Vaetern geredet hat - gegenueber Abraham und seinen Nachkommen in Ewigkeit. -

56 Und Maria blieb ungefaehr drei Monate bei ihr; und sie kehrte zu ihrem Haus zurueck. Geburt des Johannes - Lobpreis des Zacharias

57 Fuer Elisabeth aber erfuellte sich die Zeit, dass sie gebaeren sollte, und sie gebar einen Sohn. 58 Und ihre Nachbarn und Verwandten hoerten, dass der Herr seine Barmherzigkeit an ihr gross gemacht habe, und sie freuten sich mit ihr. 59 Und es geschah am achten Tag, da kamen sie, das Kindlein zu beschneiden; und sie nannten es nach dem Namen seines Vaters Zacharias. 60 Und seine Mutter antwortete und sprach: Nein, sondern er soll Johannes heissen. 61 Und sie sprachen zu ihr: Niemand ist in deiner Verwandtschaft, der diesen Namen traegt. 62 Sie winkten aber seinem Vater zu, wie er etwa wolle, dass er heissen sollte. 63 Und er forderte ein Taefelchen und schrieb darauf: Johannes ist sein Name. Und sie wunderten sich alle. 64 Sogleich aber wurde sein Mund aufgetan und seine Zunge [geloest], und er redete und lobte Gott. 65 Und Furcht kam ueber alle, die um sie her wohnten; und auf dem ganzen Gebirge von Judaea wurden alle diese Dinge besprochen. 66 Und alle, die es hoerten, nahmen es zu Herzen und sprachen: Was wird wohl aus diesem Kindlein werden? Denn auch des Herrn Hand war mit ihm.

67 Und Zacharias, sein Vater, wurde mit Heiligem Geist erfuellt und weissagte und sprach:

68 Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, dass er sein Volk angesehen und [ihm] Erloesung geschafft hat.

69 Er hat uns ein Horn des Heils aufgerichtet im Hause Davids, seines Knechtes,

70 wie er geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten von Ewigkeit her:

71 Rettung von unseren Feinden und von der Hand aller, die uns hassen;

72 um Barmherzigkeit zu ueben an unseren Vaetern und seines heiligen Bundes zu gedenken, 73 des Eides, den er Abraham, unserem Vater, geschworen hat, uns zu geben,

74 dass wir, gerettet aus der Hand unserer Feinde, ohne Furcht ihm dienen sollen 75 in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor ihm alle unsere Tage.

76 Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Hoechsten genannt werden; denn du wirst vor dem Angesicht des Herrn hergehen, seine Wege zu bereiten,

77 um seinem Volk Erkenntnis des Heils zu geben in Vergebung ihrer Suenden,

78 durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, mit der uns der Aufgang aus der Hoehe besucht hat,

79 um denen zu leuchten, die in Finsternis und Todesschatten sitzen, und unsere Fuesse zu richten auf den Weg des Friedens. -

80 Das Kindlein aber wuchs und erstarkte im Geist und war in der Einoede bis zum Tag seines Auftretens vor Israel.

Die Geburt Jesu.

Mt 1,18-25.

2

Es geschah aber in jenen Tagen, dass eine Verordnung vom Kaiser Augustus ausging, den ganzen Erdkreis einzuschreiben. 2 Diese Einschreibung geschah als erste, als Cyrenius Statthalter von Syrien war. 3 Und alle gingen hin, um sich einschreiben zu lassen, ein jeder in seine [Vater-] Stadt. 4 Es ging aber auch Joseph von Galilaea, aus der Stadt Nazareth, hinauf nach Judaea, in Davids Stadt, die Bethlehem heisst, weil er aus dem Haus und Geschlecht Davids war, 5 um sich einschreiben zu lassen mit Maria, seiner Verlobten, die schwanger war. 6 Und es geschah, als sie dort waren, wurden ihre Tage erfuellt, dass sie gebaeren sollte; 7 und sie gebar ihren erstgeborenen Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Raum fuer sie war.

Besuch der Hirten.

8 Und es waren Hirten in derselben Gegend, die auf freiem Feld blieben und des Nachts Wache hielten ueber ihre Herde. 9 Und ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie, und sie fuerchteten sich mit grosser Furcht. 10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fuerchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkuendige euch grosse Freude, die fuer das ganze Volk sein wird. 11 Denn euch ist heute ein Retter geboren, der ist Christus, Herr, in Davids Stadt. 12 Und dies sei euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. 13 Und ploetzlich war bei dem Engel eine Menge der himmlischen Heerscharen, die Gott lobten und sprachen: 14 Herrlichkeit Gott in der Hoehe, und Friede auf Erden in den Menschen [seines] Wohlgefallens!

15 Und es geschah, als die Engel von ihnen hinweg in den Himmel auffuhren, dass die Hirten zueinander sagten: Lasst uns doch hingehen nach Bethlehem und diese Sache sehen, die geschehen ist und die der Herr uns kundgetan hat. 16 Und sie kamen eilends und fanden Maria und Joseph und das Kind in der Krippe liegend.

17 Als sie es aber gesehen hatten, machten sie das Wort bekannt, das ueber dieses Kindlein zu ihnen geredet worden war. 18 Und alle, die es hoerten, wunderten sich ueber das, was ihnen von den Hirten gesagt wurde. 19 Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen. 20 Und die Hirten kehrten zurueck, priesen und lobten Gott ueber alles, was sie gehoert und gesehen hatten, wie es ihnen gesagt worden war.

Darstellung im Tempel - Lobpreis Simeons - Die Prophetin Hanna.

21 Und als acht Tage vollendet waren, dass man ihn beschneiden sollte, da wurde sein Name Jesus genannt, der von dem Engel genannt worden war, ehe er im Mutterleib empfangen wurde.

22 Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Moses vollendet waren, brachten sie ihn nach Jerusalem hinauf, um ihn dem Herrn darzustellen 23 - wie im Gesetz des Herrn geschrieben steht: ‘Alle maennliche Erstgeburt soll dem Herrn heilig heissen - 24 und ein Schlachtopfer zu geben nach dem, was im Gesetz des Herrn gesagt ist: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.

25 Und siehe, es war in Jerusalem ein Mensch, mit Namen Simeon; und dieser Mensch war gerecht und gottesfuerchtig und wartete auf den Trost Israels; und der Heilige Geist war auf ihm. 26 Und ihm war von dem Heiligen Geist eine goettliche Zusage zuteil geworden, dass er den Tod nicht sehen solle, ehe er den Christus des Herrn gesehen habe. 27 Und er kam durch den Geist in den Tempel. Und als die Eltern das Kindlein Jesus hereinbrachten, um mit ihm nach der Gewohnheit des Gesetzes zu tun, 28 da nahm auch er es auf seine Arme und lobte Gott und sprach: 29 Nun, Herr, entlaesst du deinen Knecht nach deinem Wort in Frieden; 30 denn meine Augen haben dein Heil gesehen, 31 das du bereitet hast im Angesicht aller Nationen: 32 ein Licht zur Erleuchtung der Nationen und zur Herrlichkeit deines Volkes Israel. 33 Und sein Vater und seine Mutter wunderten sich ueber das, was ueber ihn geredet wurde. 34 Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird 35 - aber auch deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen -, damit die Ueberlegungen aus vielen Herzen offenbar werden. 36 Und es war eine Prophetin Hanna, eine Tochter Phanuels, aus dem Stamm Asser. Diese war in ihren Tagen weit vorgerueckt; sie hatte sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt von ihrer Jungfrauschaft an; 37 und sie war eine Witwe von vierundachtzig Jahren, die wich nicht vom Tempel und diente Nacht und Tag mit Fasten und Flehen. 38 Und sie trat zur selben Stunde herbei, lobte Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erloesung Jerusalems warteten.

Rueckkehr nach Nazareth - Als Zwoelfjaehriger im Tempel.

39 Und als sie alles vollendet hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehrten sie nach Galilaea zurueck in ihre Stadt Nazareth. 40 Das Kindlein aber wuchs und erstarkte, erfuellt mit Weisheit, und Gottes Gnade war auf ihm.

41 Und seine Eltern gingen alljaehrlich am Passahfest nach Jerusalem. 42 Und als er zwoelf Jahre alt war, gingen sie hinauf nach der Gewohnheit des Festes; 43 und als sie die Tage vollendet hatten, blieb bei ihrer Rueckkehr der Knabe Jesus in Jerusalem zurueck; und seine Eltern wussten es nicht. 44 Da sie aber meinten, er sei unter der Reisegesellschaft, kamen sie eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten; 45 und als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurueck und suchten ihn. 46 Und es geschah, dass sie ihn nach drei Tagen im Tempel fanden, wie er inmitten der Lehrer sass und ihnen zuhoerte und sie befragte. 47 Alle aber, die ihn hoerten, gerieten ausser sich ueber sein Verstaendnis und seine Antworten. 48 Und als sie ihn sahen, wurden sie bestuerzt; und seine Mutter sprach zu ihm: Kind, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. 49 Und er sprach zu ihnen: Was ist es, dass ihr mich gesucht habt? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist? 50 Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen redete. 51 Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth, und er war ihnen untertan. Und seine Mutter bewahrte alle diese Worte in ihrem Herzen. 52 Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gunst bei Gott und Menschen.

Johannes der Taeufer.

Mt 3,1-12; Mk 1,1-8; (Joh 1,19-28).

3

Aber im fuenfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Statthalter von Judaea war und Herodes Vierfuerst von Galilaea und sein Bruder Philippus Vierfuerst von Ituraea und der Landschaft Trachonitis, und Lysanias Vierfuerst von Abilene, 2 unter dem Hohenpriestertum von Hannas und Kaiphas, geschah das Wort Gottes zu Johannes, dem Sohn des Zacharias, in der Wueste. 3 Und er kam in die ganze Landschaft am Jordan und predigte die Taufe der Busse zur Vergebung der Suenden; 4 wie geschrieben steht im Buch der Worte Jesajas, des Propheten: ‘Stimme eines Rufenden in der Wueste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Pfade gerade! 5 Jedes Tal wird ausgefuellt und jeder Berg und Huegel erniedrigt werden, und das Krumme wird zum geraden [Weg] und die holprigen zu ebenen Wegen werden; 6 und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen.

7 Er sprach nun zu den Volksmengen, die hinausgingen, um von ihm getauft zu werden: Otternbrut! Wer hat euch gewiesen, dem kommenden Zorn zu entfliehen? 8 Bringt nun der Busse wuerdige Fruechte; und beginnt nicht, bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch, dass Gott dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken vermag. 9 Schon ist aber die Axt an die Wurzel der Baeume gelegt, jeder Baum nun, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. 10 Und die Volksmengen fragten ihn und sprachen: Was sollen wir denn tun? 11 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Unterkleider hat, teile dem mit, der keines hat; und wer Speise hat, tue ebenso. 12 Es kamen aber auch Zoellner, um getauft zu werden; und sie sprachen zu ihm: Lehrer, was sollen wir tun? 13 Er aber sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als euch bestimmt ist. 14 Es fragten ihn aber auch Kriegsleute und sprachen: Und wir, was sollen wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemand Gewalt, und erpresst niemanden, und begnuegt euch mit eurem Sold.

15 Als aber das Volk in Erwartung war und alle in ihren Herzen wegen Johannes ueberlegten, ob er nicht etwa der Christus sei, 16 antwortete Johannes allen und sprach: Ich zwar taufe euch mit Wasser; es kommt aber ein Staerkerer als ich, und ich bin nicht wuerdig, [ihm] den Riemen seiner Sandalen zu loesen; er wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen. 17 Seine Worfschaufel ist in seiner Hand, und er wird seine Tenne durch und durch reinigen und den Weizen in seine Scheune sammeln; die Spreu aber wird er verbrennen mit unausloeschlichem Feuer. 18 Indem er nun auch mit vielem anderen ermahnte, verkuendigte er dem Volk gute Botschaft.

Mt 14,3-5; Mk 6,17-20.

19 Herodes aber, der Vierfuerst, der von ihm zurechtgewiesen wurde wegen der Herodias, der Frau seines Bruders, und wegen alles Boesen, das Herodes getan hatte, 20 fuegte allem auch dies hinzu, dass er Johannes ins Gefaengnis einschloss.

Die Taufe Jesu.

Mt 3,13-17; Mk 1,9-11; Joh 1,29-34.

21 Es geschah aber, als das ganze Volk getauft wurde und Jesus getauft war und betete, dass der Himmel aufgetan wurde 22 und der Heilige Geist in leiblicher Gestalt, wie eine Taube, auf ihn herabstieg und eine Stimme aus dem Himmel kam: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.

Der Stammbaum Jesu.

1Mo 5; 11,10-26; 1Chr 1,1-4.24-28.34; 2,1-15; Mt 1,1-16.

23 Und er selbst, Jesus, war ungefaehr dreissig Jahre alt, als er auftrat, und war, wie man meinte, ein Sohn des Joseph, des Eli, 24 des Matthat, des Levi, des Melchi, des Jannai, des Joseph, 25 des Mattathias, des Amos, des Nahum, des Hesli, des Naggai, 26 des Maath, des Mattathias, des Schimi, des Josech, des Joda, 27 des Johanan, des Resa, des Serubbabel, des Schealtiel, des Neri, 28 des Melchi, des Addi, des Kosam, des Elmadam, des Er, 29 des Jesus, des Elieser, des Jorim, des Matthat, des Levi, 30 des Simeon, des Juda, des Joseph, des Jonam, des Eljakim, 31 des Melea, des Menna, des Mattatha, des Nathan, des David, 32 des Jesse, des Obed, des Boas, des Salma, des Nahesson, 33 des Amminadab, des Admin, des Arni, des Hezron, des Perez, des Juda, 34 des Jakob, des Isaak, des Abraham, des Tharah, des Nahor, 35 des Sarug, des Ragu, des Phalek, des Eber, des Salah, 36 des Kainam, des Arphachsad, des Sem, des Noah, des Lamech, 37 des Methusala, des Henoch, des Jaret, des Malaleel, des Kainam, 38 des Enos, des Seth, des Adam, des Gottes.

Die Versuchung Jesu.

Mt 4,1-11; Mk 1,12.13.

4

Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurueck und wurde durch den Geist in der Wueste vierzig Tage umhergefuehrt 2 und von dem Teufel versucht. Und er ass in jenen Tagen nichts; und als sie zu Ende waren, hungerte ihn. 3 Und der Teufel sprach zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich zu diesem Stein, dass er Brot werde. 4 Und Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben: ‘Nicht vom Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort Gottes.

5 Und er fuehrte ihn auf einen hohen Berg und zeigte ihm in einem Augenblick alle Reiche des Erdkreises. 6 Und der Teufel sprach zu ihm: Ich will dir alle diese Macht und ihre Herrlichkeit geben; denn mir ist sie uebergeben, und wem immer ich will, gebe ich sie. 7 Wenn du nun vor mir anbeten willst, soll das alles dein sein. 8 Und Jesus antwortete ihm und sprach: Es steht geschrieben: ‘Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.

9 Und er fuehrte ihn nach Jerusalem und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so wirf dich von hier hinab; 10 denn es steht geschrieben: ‘Er wird seinen Engeln ueber dir befehlen, dass sie dich bewahren; 11 und sie werden dich auf den Haenden tragen, damit du nicht etwa deinen Fuss an einen Stein stoesst. 12 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt: ‘Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen. 13 Und als der Teufel jede Versuchung vollendet hatte, wich er fuer eine Zeit von ihm.

Unglaube in Nazareth.

V. 14.15: Mt 4,12-17; Mk 1,14.15; V. 16-30: vgl. Mt 13,54-58; Mk 6,1-6.

14 Und Jesus kehrte in der Kraft des Geistes nach Galilaea zurueck, und die Kunde von ihm ging aus durch die ganze Umgegend. 15 Und er lehrte in ihren Synagogen, geehrt von allen. 16 Und er kam nach Nazareth, wo er erzogen worden war; und er ging nach seiner Gewohnheit am Sabbattag in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen. 17 Und es wurde ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht; und als er das Buch aufgerollt hatte, fand er die Stelle, wo geschrieben war: 18 ‘Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, Armen gute Botschaft zu verkuendigen; er hat mich gesandt, Gefangenen Befreiung auszurufen und Blinden, dass sie wieder sehen, Zerschlagene in Freiheit hinzusenden, 19 auszurufen ein angenehmes Jahr des Herrn. 20 Und als er das Buch zugerollt hatte, gab er es dem Diener zurueck und setzte sich; und aller Augen in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. 21 Er fing aber an, zu ihnen zu sagen: Heute ist diese Schrift vor euren Ohren erfuellt. 22 Und alle gaben ihm Zeugnis und wunderten sich ueber die Worte der Gnade, die aus seinem Mund hervorgingen; und sie sprachen: Ist dieser nicht der Sohn Josephs? 23 Und er sprach zu ihnen: Ihr werdet jedenfalls dieses Sprichwort zu mir sagen: Arzt, heile dich selbst! Alles, was wir gehoert haben, [dass es] in Kapernaum geschehen [sei], tu auch hier in deiner Vaterstadt! 24 Er sprach aber: Wahrlich, ich sage euch, dass kein Prophet in seiner Vaterstadt angenehm ist. 25 In Wahrheit aber sage ich euch: Viele Witwen waren in den Tagen Elias in Israel, als der Himmel drei Jahre und sechs Monate verschlossen war, so dass eine grosse Hungersnot ueber das ganze Land kam; 26 und zu keiner von ihnen wurde Elia gesandt als nur nach Sarepta in Sidonia zu einer Frau, einer Witwe. 27 Und viele Aussaetzige waren zur Zeit des Propheten Elisa in Israel, und keiner von ihnen wurde gereinigt als nur Naaman, der Syrer. 28 Und alle in der Synagoge wurden von Wut erfuellt, als sie dies hoerten. 29 Und sie standen auf und stiessen ihn zur Stadt hinaus und fuehrten ihn bis an den Rand des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, um ihn so hinabzustuerzen. 30 Er aber schritt durch ihre Mitte hindurch und ging weg.

Heilung eines Besessenen.

Mk 1,21-28.

31 Und er kam nach Kapernaum hinab, einer Stadt in Galilaea, und lehrte sie an den Sabbaten. 32 Und sie erstaunten sehr ueber seine Lehre, denn sein Wort war mit Vollmacht. 33 Und es war in der Synagoge ein Mensch, der einen Geist eines unreinen Daemons hatte, und er schrie auf mit lauter Stimme 34 und sprach: Ach, was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus, Nazarener? Bist du gekommen, uns zu verderben? Ich kenne dich, wer du bist: der Heilige Gottes. 35 Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! Und als der Daemon ihn mitten unter sie geworfen hatte, fuhr er von ihm aus, ohne ihm Schaden zu tun. 36 Und Entsetzen kam ueber alle, und sie redeten untereinander und sprachen: Was ist dies fuer ein Wort? Denn mit Vollmacht und Kraft gebietet er den unreinen Geistern, und sie fahren aus. 37 Und die Kunde von ihm ging aus in jeden Ort der Umgegend.

Heilung der Schwiegermutter des Petrus.

Mt 8,14.15; Mk 1,29-31.

38 Er machte sich aber auf von der Synagoge und kam in das Haus Simons. Die Schwiegermutter des Simon aber war von einem starken Fieber befallen, und sie baten ihn fuer sie. 39 Und er beugte sich ueber sie, bedrohte das Fieber, und es verliess sie; sie aber stand sogleich auf und diente ihnen.

Heilungen und Predigt.

Mt 4,23-25; 8,16.17; Mk 1,32-39.

40 Als aber die Sonne unterging, brachten alle, die an mancherlei Krankheiten Leidende hatten, sie zu ihm; er aber legte jedem von ihnen die Haende auf und heilte sie. 41 Und auch Daemonen fuhren von vielen aus, indem sie schrien und sprachen: Du bist der Sohn Gottes. Und er bedrohte sie und liess sie nicht reden, weil sie wussten, dass er der Christus war.

42 Als es aber Tag geworden war, ging er aus und begab sich an einen einsamen Ort; und die Volksmengen suchten ihn auf und kamen bis zu ihm, und sie hielten ihn auf, dass er nicht von ihnen ginge. 43 Er aber sprach zu ihnen: Ich muss auch den anderen Staedten das Evangelium vom Reich Gottes verkuendigen, denn dazu bin ich gesandt worden. Und er predigte in den Synagogen von Galilaea.

Fischzug des Petrus - Die ersten Juenger.

Mt 4,18-22; Mk 1,16-20.

5

Es geschah aber, als die Volksmenge auf ihn andraengte, um das Wort Gottes zu hoeren, dass er an dem See Genezareth stand. 2 Und er sah zwei Schiffe am See liegen; die Fischer aber waren aus ihnen ausgestiegen und wuschen ihre Netze. 3 Er aber stieg in eins der Schiffe, das Simon gehoerte, und bat ihn, ein wenig vom Land hinauszufahren; und er setzte sich und lehrte die Volksmengen vom Schiff aus. 4 Als er aber aufhoerte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus auf die Tiefe, und lasst eure Netze zu einem Fang hinab! 5 Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben uns die ganze Nacht hindurch bemueht und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Netz hinablassen. 6 Und als sie dies getan hatten, umschlossen sie eine grosse Menge Fische, und ihr Netz riss. 7 Und sie winkten ihren Gefaehrten in dem anderen Schiff, dass sie kaemen und ihnen huelfen; und sie kamen, und sie fuellten beide Schiffe, so dass sie zu sinken drohten. 8 Als aber Simon Petrus es sah, fiel er zu den Knien Jesu nieder und sprach: Geh von mir hinaus, denn ich bin ein suendiger Mensch, Herr. 9 Denn Entsetzen hatte ihn erfasst und alle, die bei ihm waren, ueber den Fischfang, den sie getan hatten; 10 ebenso aber auch Jakobus und Johannes, die Soehne des Zebedaeus, die Gefaehrten von Simon waren. Und Jesus sprach zu Simon: Fuerchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen. 11 Und als sie die Schiffe ans Land gebracht hatten, verliessen sie alles und folgten ihm nach.

Heilung eines Aussaetzigen.

Mt 8,1-4; Mk 1,40-45.

12 Und es geschah, als er in einer der Staedte war, siehe, da war ein Mann voll Aussatz; und als er Jesus sah, fiel er auf sein Angesicht und bat ihn und sprach: Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen. 13 Und er streckte die Hand aus, ruehrte ihn an und sprach: Ich will. Sei gereinigt! Und sogleich wich der Aussatz von ihm. 14 Und er gebot ihm, es niemand zu sagen: Sondern geh hin und zeige dich dem Priester und opfere fuer deine Reinigung, wie Mose geboten hat, ihnen zum Zeugnis. 15 Aber die Rede ueber ihn verbreitete sich um so mehr; und grosse Volksmengen versammelten sich, [ihn] zu hoeren und von ihren Krankheiten geheilt zu werden. 16 Er aber zog sich zurueck und war in einsamen Gegenden und betete.

Heilung eines Gelaehmten.

Mt 9,1-8; Mk 2,1-12.

17 Und es geschah an einem der Tage, dass er lehrte, und es sassen da Pharisaeer und Gesetzeslehrer, die aus jedem Dorf von Galilaea und Judaea und aus Jerusalem gekommen waren; und des Herrn Kraft war da, um zu heilen. 18 Und siehe, Maenner bringen auf einem Bett einen Menschen, der gelaehmt war; und sie suchten ihn hineinzubringen und vor ihn zu legen. 19 Und da sie nicht fanden, auf welchem Weg sie ihn hineinbringen sollten wegen der Volksmenge, stiegen sie auf das Dach und liessen ihn durch die Ziegel hinab mit dem Bett in die Mitte vor Jesus. 20 Und als er ihren Glauben sah, sprach er: Mensch, deine Suenden sind dir vergeben. 21 Und die Schriftgelehrten und die Pharisaeer fingen an zu ueberlegen und sagten: Wer ist dieser, der [solche] Laesterungen redet? Wer kann Suenden vergeben ausser Gott allein? 22 Als aber Jesus ihre Ueberlegungen erkannte, antwortete und sprach er zu ihnen: Was ueberlegt ihr in euren Herzen? 23 Was ist leichter zu sagen: Dir sind deine Suenden vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher? 24 Damit ihr aber wisst, dass der Sohn des Menschen Vollmacht hat, auf der Erde Suenden zu vergeben - sprach er zu dem Gelaehmten: Ich sage dir, steh auf und nimm dein Bett auf und geh nach Hause! 25 Und sogleich stand er vor ihnen auf, nahm auf, worauf er gelegen hatte, und ging hin in sein Haus und verherrlichte Gott. 26 Und Staunen ergriff alle, und sie verherrlichten Gott und wurden mit Furcht erfuellt und sprachen: Wir haben heute ausserordentliche Dinge gesehen.

Berufung des Levi.

Mt 9,9-13; Mk 2,13-17.

27 Und danach ging er hinaus und sah einen Zoellner, mit Namen Levi, am Zollhaus sitzen und sprach zu ihm: Folge mir nach! 28 Und er verliess alles, stand auf und folgte ihm nach. 29 Und Levi machte ihm ein grosses Mahl in seinem Haus; und dort war eine grosse Menge Zoellner und anderer, die mit ihnen zu Tisch lagen. 30 Und die Pharisaeer und ihre Schriftgelehrten murrten gegen seine Juenger und sprachen: Warum esst und trinkt ihr mit den Zoellnern und Suendern? 31 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken; 32 ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Suender zur Busse.

Die Frage nach dem Fasten.

Mt 9,14-17; Mk 2,18-22.

33 Sie aber sprachen zu ihm: Warum fasten die Juenger des Johannes oft und verrichten Gebete, ebenso auch die der Pharisaeer; die deinen aber essen und trinken? 34 Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr koennt doch nicht die Hochzeitsgaeste fasten lassen, waehrend der Braeutigam bei ihnen ist? 35 Es werden aber Tage kommen, und dann, wenn der Braeutigam von ihnen weggenommen sein wird, in jenen Tagen werden sie fasten. 36 Er sagte aber auch ein Gleichnis zu ihnen: Niemand schneidet einen Flicken von einem neuen Kleid und setzt ihn auf ein altes Kleid; sonst wird er sowohl das neue zerschneiden, wie auch der Flicken von dem neuen zum alten nicht passen wird. 37 Und niemand fuellt neuen Wein in alte Schlaeuche; sonst wird der neue Wein die Schlaeuche zerreissen, und er selbst wird verschuettet werden, und die Schlaeuche werden verderben; 38 sondern neuen Wein fuellt man in neue Schlaeuche. 39 Und niemand will, wenn er alten getrunken hat, neuen, denn er spricht: Der alte ist milde.

Die Sabbatfrage.

Mt 12,1-14; Mk 2,23-3,6.

6

Und es geschah am Sabbat, dass er durch die Saaten ging und seine Juenger die Aehren abpflueckten und assen, indem sie sie mit den Haenden zerrieben. 2 Einige der Pharisaeer aber sprachen zu ihnen: Warum tut ihr, was am Sabbat nicht zu tun erlaubt ist? 3 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr auch dieses nicht gelesen, was David tat, als ihn und die bei ihm waren hungerte? 4 Wie er in das Haus Gottes ging und die Schaubrote nahm und ass und auch denen gab, die bei ihm waren - die doch ausser den Priestern allein niemand essen darf? 5 Und er sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen ist Herr auch des Sabbats.

6 Es geschah aber auch an einem anderen Sabbat, dass er in die Synagoge ging und lehrte; und es war dort ein Mensch, dessen rechte Hand verdorrt war. 7 Die Schriftgelehrten und die Pharisaeer aber lauerten darauf, ob er am Sabbat heilen wuerde, damit sie eine Beschuldigung gegen ihn faenden. 8 Er aber wusste ihre Ueberlegungen und sprach zu dem Menschen, der die verdorrte Hand hatte: Steh auf und stelle dich in die Mitte! Er aber stand auf und stellte sich hin. 9 Jesus sprach nun zu ihnen: Ich will euch fragen, ob es erlaubt ist, am Sabbat Gutes zu tun oder Boeses zu tun, Leben zu retten oder zu verderben. 10 Und nachdem er sie alle ringsum angeblickt hatte, sprach er zu ihm: Strecke deine Hand aus! Und er tat es; und seine Hand wurde wiederhergestellt. 11 Sie aber wurden mit Unverstand erfuellt und besprachen sich untereinander, was sie Jesus tun sollten.

Berufung der zwoelf Apostel.

Mt 10,1-4; Mk 3,13-19; (Apg 1,13).

12 Und es geschah in diesen Tagen, dass er auf den Berg hinausging, um zu beten; und er verbrachte die Nacht im Gebet zu Gott. 13 Und als es Tag wurde, rief er seine Juenger herbei und erwaehlte aus ihnen zwoelf, die er auch Apostel nannte: 14 Simon, den er auch Petrus nannte, und Andreas, seinen Bruder, und Jakobus und Johannes und Philippus und Bartholomaeus 15 und Matthaeus und Thomas und Jakobus, des Alphaeus [Sohn], und Simon, genannt Eiferer, 16 und Judas, des Jakobus [Bruder], und Judas Iskariot, der auch [sein] Verraeter wurde.

Krankenheilungen.

Mt 12,15-21; Mk 3,7-12.

17 Und als er mit ihnen herabgestiegen war, trat er auf einen ebenen Platz, und eine Menge seiner Juenger und eine grosse Menge des Volkes von ganz Judaea und Jerusalem und von der Seekueste von Tyrus und Sidon, die kamen, ihn zu hoeren und von ihren Krankheiten geheilt zu werden; 18 und die von unreinen Geistern Geplagten wurden geheilt. 19 Und die ganze Volksmenge suchte ihn anzuruehren, denn Kraft ging von ihm aus und heilte alle.

Seligpreisungen - Weherufe.

Mt 5,1-12.

20 Und er erhob seine Augen zu seinen Juengern und sprach: Glueckselig ihr Armen, denn euer ist das Reich Gottes. 21 Glueckselig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet gesaettigt werden. Glueckselig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen. 22 Glueckselig seid ihr, wenn die Menschen euch hassen werden und wenn sie euch absondern und schmaehen und euren Namen als boese verwerfen werden um des Sohnes des Menschen willen; 23 freut euch an jenem Tag und huepft, denn siehe, euer Lohn ist gross in dem Himmel; denn ebenso taten ihre Vaeter den Propheten.

24 Aber wehe euch Reichen, denn ihr habt euren Trost dahin. 25 Wehe euch, die ihr voll seid, denn ihr werdet hungern. Wehe euch, die ihr jetzt lacht, denn ihr werdet trauern und weinen. 26 Wehe, wenn alle Menschen wohl von euch reden, denn ebenso taten ihre Vaeter den falschen Propheten.

Rechtes Vergelten: Feindesliebe.

Mt 5,38-48.

27 Aber euch, die ihr hoert, sage ich: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; 28 segnet, die euch fluchen; betet fuer die, welche euch beleidigen. 29 Dem, der dich auf die Backe schlaegt, biete auch die andere dar; und dem, der dir den Mantel nimmt, verweigere auch das Unterkleid nicht. 30 Gib jedem, der dich bittet; und von dem, der dir das Deine nimmt, fordere es nicht zurueck. 31 Und wie ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, so tut auch ihr ihnen. 32 Und wenn ihr liebt, die euch lieben, was fuer einen Dank habt ihr? Denn auch die Suender lieben, die sie lieben. 33 Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, was fuer einen Dank habt ihr? Denn auch die Suender tun dasselbe. 34 Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr [wieder] zu empfangen hofft, was fuer einen Dank habt ihr? Auch die Suender leihen Suendern, damit sie das gleiche wieder empfangen. 35 Doch liebt eure Feinde, und tut Gutes, und leiht, ohne etwas wieder zu erhoffen, und euer Lohn wird gross sein, und ihr werdet Soehne des Hoechsten sein; denn er ist guetig gegen die Undankbaren und Boesen.

Warnung vor dem Richten.

Mt 7,1-5.15-20.

36 Seid nun barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. 37 Und richtet nicht, und ihr werdet nicht gerichtet werden; verurteilt nicht, und ihr werdet nicht verurteilt werden. Lasst los, und ihr werdet losgelassen werden. 38 Gebt, und es wird euch gegeben werden: ein gutes, gedruecktes und geruetteltes und ueberlaufendes Mass wird man in euren Schoss geben; denn mit demselben Mass, mit dem ihr messt, wird euch wieder gemessen werden.

39 Er sagte aber auch ein Gleichnis zu ihnen: Kann etwa ein Blinder einen Blinden leiten? Werden nicht beide in eine Grube fallen? 40 Ein Juenger ist nicht ueber dem Lehrer; jeder aber, der vollendet ist, wird sein wie sein Lehrer. 41 Was aber siehst du den Splitter, der in deines Bruders Auge ist, den Balken aber, der in deinem eigenen Auge ist, nimmst du nicht wahr? 42 Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, erlaube, ich will den Splitter herausziehen, der in deinem Auge ist, waehrend du selbst den Balken in deinem Auge nicht siehst? Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann wirst du klar sehen, um den Splitter herauszuziehen, der in deines Bruders Auge ist. 43 Denn es gibt keinen guten Baum, der faule Frucht bringt, noch einen faulen Baum, der gute Frucht bringt; 44 denn jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt; denn von Dornen sammelt man nicht Feigen, noch liest man von einem Dornbusch Trauben. 45 Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor, und der boese bringt aus dem boesen das Boese hervor; denn aus der Fuelle des Herzens redet sein Mund.

Gleichnis vom Haus auf dem Felsen.

Mt 7,21-27.

46 Was nennt ihr mich aber: Herr, Herr! und tut nicht, was ich sage? 47 Jeder, der zu mir kommt und meine Worte hoert und sie tut - ich will euch zeigen, wem er gleich ist. 48 Er ist einem Menschen gleich, der ein Haus baute, grub und vertiefte und den Grund auf den Felsen legte; als aber eine Flut kam, stiess der Strom an jenes Haus und konnte es nicht erschuettern, denn es war auf den Felsen gegruendet. 49 Der aber gehoert und nicht getan hat, ist einem Menschen gleich, der ein Haus auf die Erde baute ohne Grundmauer; der Strom stiess daran, und sogleich fiel es, und der Sturz jenes Hauses war gross.

Heilung des Dieners eines Hauptmanns.

Mt 8,5-13; vgl. Joh 4,43-54.

7

Nachdem er aber alle seine Worte vor den Ohren des Volkes vollendet hatte, ging er hinein nach Kapernaum. 2 Eines Hauptmanns Knecht aber, der ihm wert war, war krank und lag im Sterben. 3 Als er aber von Jesus hoerte, sandte er Aelteste der Juden zu ihm und bat ihn, dass er komme und seinen Knecht gesund mache. 4 Als diese aber zu Jesus hinkamen, baten sie ihn instaendig und sprachen: Er ist wuerdig, dass du ihm dies gewaehrst; 5 denn er liebt unsere Nation, und er selbst hat uns die Synagoge erbaut. 6 Jesus aber ging mit ihnen. Als er aber schon nicht mehr weit von dem Haus entfernt war, sandte der Hauptmann Freunde zu ihm und liess ihm sagen: Herr, bemuehe dich nicht, denn ich bin nicht wuerdig, dass du unter mein Dach trittst. 7 Darum habe ich mich selbst auch nicht wuerdig geachtet, zu dir zu kommen; sondern sprich ein Wort, und mein Diener wird gesund werden. 8 Denn auch ich bin ein Mensch, der unter Befehlsgewalt steht, und ich habe Soldaten unter mir; und ich sage zu diesem: Geh hin! und er geht; und zu einem anderen: Komm! und er kommt; und zu meinem Sklaven: Tu dies! und er tut es. 9 Als aber Jesus dies hoerte, wunderte er sich ueber ihn; und er wandte sich zu der Volksmenge, die ihm folgte, und sprach: Ich sage euch, selbst nicht in Israel habe ich so grossen Glauben gefunden. 10 Und als die Abgesandten in das Haus zurueckkehrten, fanden sie den kranken Knecht gesund.

Auferweckung des Juenglings von Nain.

11 Und es geschah bald darauf, dass er in eine Stadt ging, genannt Nain, und viele seiner Juenger und eine grosse Volksmenge gingen mit ihm. 12 Als er sich aber dem Tor der Stadt naeherte, siehe, da wurde ein Toter herausgetragen, der einzige Sohn seiner Mutter, und sie war eine Witwe; und eine zahlreiche Volksmenge aus der Stadt war mit ihr. 13 Und als der Herr sie sah, wurde er innerlich bewegt ueber sie und sprach zu ihr: Weine nicht! 14 Und er trat hinzu und ruehrte die Bahre an, die Traeger aber standen still; und er sprach: Juengling, ich sage dir, steh auf! 15 Und der Tote setzte sich auf und fing an zu reden; und er gab ihn seiner Mutter. 16 Alle aber ergriff Furcht; und sie verherrlichten Gott und sprachen: Ein grosser Prophet ist unter uns erweckt worden, und Gott hat sein Volk besucht. 17 Und diese Rede ueber ihn ging aus in ganz Judaea und in der ganzen Umgegend.

Die Frage des Taeufers - Jesu Antwort und Zeugnis ueber ihn.

Mt 11,2-19.

18 Und dem Johannes berichteten seine Juenger ueber dies alles. 19 Und Johannes rief zwei seiner Juenger herbei und sandte sie zu Jesus und liess [ihm] sagen: Bist du der Kommende, oder sollen wir auf einen anderen warten? 20 Als aber die Maenner zu ihm gekommen waren, sprachen sie: Johannes der Taeufer hat uns zu dir gesandt und laesst [dir] sagen: Bist du der Kommende, oder sollen wir auf einen anderen warten? 21 In jener Stunde aber heilte er viele von Krankheiten und Plagen und boesen Geistern, und vielen Blinden schenkte er das Augenlicht. 22 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und verkuendet Johannes, was ihr gesehen und gehoert habt: dass Blinde sehend werden, Lahme gehen, Aussaetzige gereinigt werden, Taube hoeren, Tote auferweckt werden, Armen gute Botschaft verkuendigt wird; 23 und glueckselig ist, wer sich nicht an mir aergern wird.

24 Als aber die Boten des Johannes weggegangen waren, fing er an, zu den Volksmengen ueber Johannes zu reden: Was seid ihr in die Wueste hinausgegangen zu sehen? Ein Rohr, vom Wind hin und her bewegt? 25 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Menschen, mit weichen Kleidern angetan? Siehe, die in herrlicher Kleidung und in Ueppigkeit leben, sind an den koeniglichen Hoefen. 26 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Propheten? Ja, sage ich euch, und mehr als einen Propheten. 27 Dieser ist es, von dem geschrieben steht: ‘Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird. 28 Denn ich sage euch: Unter den von Frauen Geborenen ist kein groesserer Prophet als Johannes der Taeufer; aber der Kleinste in dem Reich Gottes ist groesser als er. 29 Und das ganze Volk, das zuhoerte, und die Zoellner gaben Gott recht, indem sie sich mit der Taufe des Johannes taufen liessen; 30 die Pharisaeer aber und die Gesetzesgelehrten machten den Ratschluss Gottes fuer sich selbst wirkungslos, indem sie sich nicht von ihm taufen liessen. 31 Wem soll ich nun die Menschen dieses Geschlechts vergleichen? Und wem sind sie gleich? 32 Sie sind Kindern gleich, die auf dem Markt sitzen und einander zurufen und sagen: Wir haben euch gepfiffen, und ihr habt nicht getanzt; wir haben euch Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint. 33 Denn Johannes der Taeufer ist gekommen, der weder Brot ass noch Wein trank, und ihr sagt: Er hat einen Daemon. 34 Der Sohn des Menschen ist gekommen, der da isst und trinkt, und ihr sagt: Siehe, ein Fresser und Weinsaeufer, ein Freund von Zoellnern und Suendern; 35 - und die Weisheit ist gerechtfertigt worden von allen ihren Kindern.

Jesu Salbung durch eine Suenderin.

36 Es bat ihn aber einer der Pharisaeer, dass er mit ihm essen moechte; und er ging in das Haus des Pharisaeers und legte sich zu Tisch. 37 Und siehe, [da war] eine Frau in der Stadt, die eine Suenderin war; und als sie erfahren hatte, dass er in dem Haus des Pharisaeers zu Tisch liege, brachte sie eine Alabasterflasche mit Salboel, 38 trat von hinten an seine Fuesse heran, weinte und fing an, seine Fuesse mit Traenen zu benetzen, und trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes. [Dann] kuesste sie seine Fuesse und salbte sie mit dem Salboel. 39 Als aber der Pharisaeer, der ihn geladen hatte, das sah, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet waere, so wuerde er erkennen, wer und was fuer eine Frau [das ist], die ihn anruehrt; denn sie ist eine Suenderin. 40 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sagt: Lehrer, sprich! - 41 Ein Glaeubiger hatte zwei Schuldner; der eine schuldete fuenfhundert Denare, der andere aber fuenfzig; 42 da sie aber nicht zahlen konnten, schenkte er es beiden. Wer nun von ihnen wird ihn am meisten lieben? 43 Simon aber antwortete und sprach: Ich denke, dem er das meiste geschenkt hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geurteilt. 44 Und sich zu der Frau wendend, sprach er zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen, du hast mir kein Wasser fuer meine Fuesse gegeben; sie aber hat meine Fuesse mit Traenen benetzt und mit ihren Haaren getrocknet. 45 Du hast mir keinen Kuss gegeben; sie aber hat, seitdem ich hereingekommen bin, nicht abgelassen, meine Fuesse zu kuessen. 46 Du hast mein Haupt nicht mit Oel gesalbt; sie aber hat mit Salboel meine Fuesse gesalbt. 47 Deswegen sage ich dir: Ihre vielen Suenden sind vergeben, denn sie hat viel geliebt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig. 48 Er aber sprach zu ihr: Deine Suenden sind vergeben. 7.49 Und die mit zu Tisch lagen, fingen an, bei sich selbst zu sagen: Wer ist dieser, der auch Suenden vergibt? 50 Er sprach aber zu der Frau: Dein Glaube hat dich gerettet. Geh hin in Frieden!

Die Juengerinnen Jesu.

8

Und es geschah danach, dass er nacheinander Staedte und Doerfer durchzog, indem er predigte und das Evangelium vom Reich Gottes verkuendigte; und die Zwoelf mit ihm, 2 und einige Frauen, die von boesen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalena, von der sieben Daemonen ausgefahren waren, 3 und Johanna, die Frau des Chuza, des Verwalters Herodes}, und Susanna und viele andere, die ihnen mit ihrer Habe dienten.

Gleichnis vom Saemann.

Mt 13,1-23; Mk 4,1-20.

4 Als sich aber eine grosse Volksmenge versammelte und sie aus jeder Stadt zu ihm hinkamen, sprach er in einem Gleichnis: 5 Der Saemann ging aus, seinen Samen zu saeen; und indem er saete, fiel einiges an den Weg, und es wurde zertreten, und die Voegel des Himmels frassen es auf. 6 Und anderes fiel auf den Felsen; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. 7 Und anderes fiel mitten unter die Dornen; und indem die Dornen mit aufwuchsen, erstickten sie es. 8 Und anderes fiel in die gute Erde und ging auf und brachte hundertfache Frucht. Als er dies sagte, rief er aus: Wer Ohren hat zu hoeren, der hoere!

9 Seine Juenger aber fragten ihn, was dieses Gleichnis bedeute. 10 Er aber sprach: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu wissen, den uebrigen aber in Gleichnissen, damit sie sehend nicht sehen und hoerend nicht verstehen. 11 Dies aber ist die Bedeutung des Gleichnisses: Der Same ist das Wort Gottes. 12 Die aber an dem Weg sind die, welche hoeren; dann kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihren Herzen weg, dass sie nicht glauben und errettet werden. 13 Die aber auf dem Felsen sind die, welche, wenn sie hoeren, das Wort mit Freuden aufnehmen; und diese haben keine Wurzel; fuer eine Zeit glauben sie, und in der Zeit der Versuchung fallen sie ab. 14 Das aber unter die Dornen fiel, sind die, welche gehoert haben und hingehen und durch Sorgen und Reichtum und Vergnuegungen des Lebens erstickt werden und nichts zur Reife bringen. 15 Das in der guten Erde aber sind die, welche in einem redlichen und guten Herzen das Wort, nachdem sie es gehoert haben, bewahren und Frucht bringen mit Ausharren.

Gleichnis von der Lampe.

Mk 4,21-25.

16 Niemand aber, der eine Lampe angezuendet hat, bedeckt sie mit einem Gefaess oder stellt sie unter ein Bett, sondern er stellt sie auf ein Lampengestell, damit die Hereinkommenden das Licht sehen. 17 Denn es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werden wird, noch geheim, was nicht kundwerden und ans Licht kommen soll. 18 Seht nun zu, wie ihr hoert; denn wer hat, dem wird gegeben werden, und wer nicht hat, von dem wird selbst, was er zu haben meint, genommen werden.

Die wahren Verwandten Jesu.

Mt 12,46-50; Mk 3,31-35.

19 Es kamen aber seine Mutter und seine Brueder zu ihm; und sie konnten wegen der Volksmenge nicht zu ihm gelangen. 20 Und es wurde ihm berichtet: Deine Mutter und deine Brueder stehen draussen und wollen dich sehen. 21 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brueder sind die, welche das Wort Gottes hoeren und tun.

Stillung des Sturms.

Mt 8,23-27; Mk 4,35-41.

22 Und es geschah an einem der Tage, dass er in ein Schiff stieg, er und seine Juenger; und er sprach zu ihnen: Lasst uns uebersetzen an das jenseitige Ufer des Sees. Und sie fuhren ab. 23 Waehrend sie aber fuhren, schlief er ein. Und es fiel ein Sturmwind auf den See, und das Schiff fuellte sich [mit Wasser], und sie waren in Gefahr. 24 Sie traten aber hinzu und weckten ihn auf und sprachen: Meister, Meister, wir kommen um! Er aber stand auf, bedrohte den Wind und das Gewoge des Wassers; und sie legten sich, und es trat Stille ein. 25 Er aber sprach zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Erschrocken aber erstaunten sie und sagten zueinander: Wer ist denn dieser, dass er auch den Winden und dem Wasser gebietet und sie ihm gehorchen?

Heilung eines besessenen Geraseners.

Mt 8,28-34; Mk 5,1-20.

26 Und sie fuhren nach der Landschaft der Gerasener, die Galilaea gegenueber liegt. 27 Als er aber an das Land gestiegen war, kam ihm ein Mann aus der Stadt entgegen, der seit langer Zeit Daemonen hatte und keine Kleider anzog und nicht im Haus blieb, sondern in den Grabstaetten. 28 Als er aber Jesus sah, schrie er auf und fiel vor ihm nieder und sprach mit lauter Stimme: Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, Sohn Gottes, des Hoechsten? Ich bitte dich, quaele mich nicht. 29 Denn er hatte dem unreinen Geist geboten, von dem Menschen auszufahren. Denn oefters hatte er ihn gepackt; und er war gebunden worden, verwahrt mit Ketten und Fussfesseln, und er zerbrach die Fesseln und wurde von dem Daemon in die Wuesteneien getrieben. 30 Jesus fragte ihn aber und sprach: Was ist dein Name? Er aber sprach: Legion. Denn viele Daemonen waren in ihn gefahren. 31 Und sie baten ihn, dass er ihnen nicht gebieten moechte, in den Abgrund zu fahren. 32 Es war aber dort eine Herde von vielen Schweinen, die an dem Berg weideten. Und sie baten ihn, dass er ihnen erlauben moechte, in jene zu fahren. Und er erlaubte es ihnen. 33 Die Daemonen aber fuhren von dem Menschen aus und fuhren in die Schweine, und die Herde stuerzte sich den Abhang hinab in den See und ertrank. 34 Als aber die Hueter sahen, was geschehen war, flohen sie und verkuendeten es in der Stadt und auf dem Land. 35 Die Leute aber gingen hinaus, um zu sehen, was geschehen war. Und sie kamen zu Jesus und fanden den Menschen, von dem die Daemonen ausgefahren waren, bekleidet und vernuenftig zu den Fuessen Jesu sitzen; und sie fuerchteten sich. 36 Die es aber gesehen hatten, verkuendeten ihnen, wie der Besessene geheilt worden war. 37 Und die ganze Menge aus der Umgegend der Gerasener bat ihn, von ihnen wegzugehen, denn sie waren von grosser Furcht ergriffen. Er aber stieg in das Schiff und kehrte wieder zurueck. 38 Der Mann aber, von dem die Daemonen ausgefahren waren, bat ihn, dass er bei ihm bleiben duerfe. Er aber entliess ihn und sprach: 39 Kehre in dein Haus zurueck und erzaehle, wieviel Gott an dir getan hat. Und er ging hin und rief aus durch die ganze Stadt, wieviel Jesus an ihm getan hatte.

Heilung der blutfluessigen Frau - Auferweckung der Tochter des Jairus.

Mt 9,18-26; Mk 5,21-43.

40 Es geschah aber, als Jesus zurueckkehrte, nahm ihn das Volk auf, denn alle erwarteten ihn. 41 Und siehe, es kam ein Mann mit Namen Jairus - und er war Vorsteher der Synagoge - und fiel Jesus zu Fuessen und bat ihn, in sein Haus zu kommen; 42 denn er hatte eine einzige Tochter von etwa zwoelf Jahren, und diese lag im Sterben. Waehrend er aber hinging, draengte ihn die Volksmenge.

43 Und eine Frau, die seit zwoelf Jahren mit einem Blutfluss behaftet war und, obgleich sie ihren ganzen Lebensunterhalt an [die] Aerzte verwandt hatte, von niemand geheilt werden konnte, 44 kam von hinten heran und ruehrte die Quaste seines Kleides an; und sogleich hoerte ihr Blutfluss auf. 45 Und Jesus sprach: Wer ist es, der mich angeruehrt hat? Als aber alle es abstritten, sprach Petrus: Meister, die Volksmengen draengen und druecken dich, und du sagst: Wer ist es, der mich angeruehrt hat? 46 Jesus aber sprach: Es hat mich jemand angeruehrt; denn ich habe gespuert, dass Kraft von mir ausgegangen ist. 47 Als die Frau aber sah, dass sie nicht verborgen blieb, kam sie zitternd und fiel vor ihm nieder und berichtete vor dem ganzen Volk, um welcher Ursache willen sie ihn angeruehrt habe und wie sie sogleich geheilt worden sei. 48 Er aber sprach zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dich geheilt. Geh hin in Frieden!

49 Waehrend er noch redete, kommt einer von dem [Haus des] Synagogenvorstehers und sagt zu ihm: Deine Tochter ist gestorben, bemuehe den Lehrer nicht. 50 Als aber Jesus es hoerte, antwortete er ihm: Fuerchte dich nicht, glaube nur! Und sie wird gerettet werden. 51 Als er aber in das Haus kam, erlaubte er niemand hineinzugehen, ausser Petrus und Johannes und Jakobus und dem Vater des Kindes und der Mutter. 52 Alle aber weinten und beklagten sie. Er aber sprach: Weint nicht, denn sie ist nicht gestorben, sondern sie schlaeft. 53 Und sie lachten ihn aus, da sie wussten, dass sie gestorben war. 54 Als er aber alle hinausgetrieben hatte, ergriff er sie bei der Hand und rief und sprach: Kind, steh auf! 55 Und ihr Geist kehrte zurueck, und sogleich stand sie auf; und er befahl, ihr zu essen zu geben. 56 Und ihre Eltern gerieten ausser sich; er aber gebot ihnen, niemand zu sagen, was geschehen war.

Aussendung der zwoelf Apostel.

Mt 10,1.5-15; Mk 6,7-13; vgl. Kap. 10,1-12.

9

Als er aber die Zwoelf zusammengerufen hatte, gab er ihnen Kraft und Vollmacht ueber alle Daemonen und zur Heilung von Krankheiten. 2 Und er sandte sie, das Reich Gottes zu predigen und die Kranken gesund zu machen. 3 Und er sprach zu ihnen: Nehmt nichts mit auf den Weg: weder Stab, noch Tasche, noch Brot, noch Geld, noch soll jemand zwei Unterkleider haben. 4 Und in welches Haus ihr eintretet, dort bleibt, und von da geht weiter. 5 Und wo immer sie euch nicht aufnehmen werden - geht fort aus jener Stadt und schuettelt auch den Staub von euren Fuessen, zum Zeugnis gegen sie. 6 Sie gingen aber aus und durchzogen die Doerfer nacheinander, indem sie das Evangelium verkuendigten und ueberall heilten.

Jesus und Herodes.

Mt 14,1.2; Mk 6,14-16.

7 Es hoerte aber Herodes, der Vierfuerst, alles, was geschehen war, und er war in Verlegenheit, weil von einigen gesagt wurde, dass Johannes aus den Toten auferweckt worden sei; 8 von einigen aber, dass Elia erschienen, von anderen aber, dass einer der alten Propheten auferstanden sei. 9 Und Herodes sprach: Johannes habe ich enthauptet. Wer aber ist dieser, von dem ich solches hoere? Und er suchte ihn zu sehen.

Speisung der Fuenftausend.

Mt 14,13-21; Mk 6,30-44; Joh 6,1-14; vgl. Mt 15,32-39; Mk 8,1-9.

10 Und als die Apostel zurueckkehrten, erzaehlten sie ihm alles, was sie getan hatten; und er nahm sie mit und zog sich abseits zurueck nach einer Stadt mit Namen Bethsaida. 11 Als aber die Volksmengen es erfuhren, folgten sie ihm; und er nahm sie auf und redete zu ihnen vom Reich Gottes, und die Heilung brauchten, machte er gesund. 12 Der Tag aber begann sich zu neigen, und die Zwoelf traten herbei und sprachen zu ihm: Entlass die Volksmenge, dass sie in die Doerfer ringsum und auf die Hoefe gehen und Herberge und Speise finden; denn hier sind wir an einem oeden Ort. 13 Er aber sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen. Sie aber sprachen: Wir haben nicht mehr als fuenf Brote und zwei Fische, es sei denn, dass wir hingingen und fuer dieses ganze Volk Speise kauften. 14 Denn es waren etwa fuenftausend Mann. Er sprach aber zu seinen Juengern: Lasst sie sich reihenweise zu je fuenfzig lagern. 15 Und sie taten so und liessen alle sich lagern. 16 Er nahm aber die fuenf Brote und die zwei Fische, blickte auf zum Himmel und segnete sie; und er brach sie und gab sie den Juengern, damit sie der Volksmenge vorlegten. 17 Und sie assen und wurden alle gesaettigt; und es wurde aufgehoben, was ihnen an Brocken uebriggeblieben war, zwoelf Handkoerbe [voll].

Das Bekenntnis des Petrus - Erste Leidensankuendigung - Bedingungen der Nachfolge.

Mt 16,13-21; Mk 8,27-31.

18 Und es geschah, als er fuer sich allein betete, waren die Juenger bei ihm; und er fragte sie und sprach: Was sagen die Volksmengen, wer ich bin? 19 Sie aber antworteten und sprachen: Johannes der Taeufer; andere aber: Elia; andere aber, dass einer der alten Propheten auferstanden sei. 20 Er sprach aber zu ihnen: Ihr aber, was sagt ihr, wer ich bin? Petrus aber antwortete und sprach: Der Christus Gottes. 21 Er aber redete ihnen ernstlich zu und gebot ihnen, dies niemand zu sagen, 22 und sprach: Der Sohn des Menschen muss vieles leiden und verworfen werden von den Aeltesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getoetet und am dritten Tag auferweckt werden.

Mt 16,24-28; Mk 8,34-9,1.

23 Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf taeglich und folge mir nach. 24 Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten. 25 Denn was wird es einem Menschen nuetzen, wenn er die ganze Welt gewoenne, sich selbst aber verloere oder einbuesste? 26 Denn wer sich meiner und meiner Worte schaemt, dessen wird der Sohn des Menschen sich schaemen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel. 27 Ich sage euch aber in Wahrheit: Es sind einige unter denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes gesehen haben.

Die Verklaerung Jesu.

Mt 17,1-9; Mk 9,2-10; 2Petr 1,16-18.

28 Es geschah aber etwa acht Tage nach diesen Worten, dass er Petrus und Johannes und Jakobus mitnahm und auf den Berg stieg, um zu beten. 29 Und als er betete, veraenderte sich das Aussehen seines Angesichts, und sein Gewand wurde weiss, strahlend. 30 Und siehe, zwei Maenner redeten mit ihm, es waren Mose und Elia. 31 Diese erschienen in Herrlichkeit und besprachen seinen Ausgang, den er in Jerusalem erfuellen sollte. 32 Petrus aber und die mit ihm waren, waren beschwert vom Schlaf; als sie aber voellig aufgewacht waren, sahen sie seine Herrlichkeit und die zwei Maenner, die bei ihm standen. 33 Und es geschah, als sie von ihm schieden, sprach Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind; und lass uns drei Huetten machen, dir eine und Mose eine und Elia eine. Und er wusste nicht, was er sagte. 34 Als er aber dies sagte, kam eine Wolke und ueberschattete sie. Sie fuerchteten sich aber, als sie in die Wolke hineinkamen; 35 und es geschah eine Stimme aus der Wolke, die sagte: Dieser ist mein geliebter Sohn, ihn hoert! 36 Und waehrend die Stimme geschah, war Jesus wieder allein. Und sie schwiegen und verkuendeten in jenen Tagen niemand etwas von dem, was sie gesehen hatten.

Heilung eines Fallsuechtigen.

Mt 17,14-21; Mk 9,14-29.

37 Es geschah aber am folgenden Tag, als sie von dem Berg herabgestiegen waren, da kam ihm eine grosse Volksmenge entgegen. 38 Und siehe, ein Mann aus der Volksmenge rief laut und sprach: Lehrer, ich bitte dich, blicke hin auf meinen Sohn, denn er ist mein einziger; 39 und siehe, ein Geist ergreift ihn, und ploetzlich schreit er, und er zerrt ihn unter Schaeumen, und kaum einmal laesst er von ihm ab, er reibt ihn auf. 40 Und ich bat deine Juenger, dass sie ihn austreiben moechten, und sie konnten es nicht. 41 Jesus aber antwortete und sprach: O unglaeubiges und verkehrtes Geschlecht, bis wann soll ich bei euch sein und euch ertragen? Bring deinen Sohn her! 42 Aber noch waehrend er herbeikam, warf ihn der Daemon nieder und zerrte ihn zusammen. Jesus aber bedrohte den unreinen Geist und heilte den Knaben und gab ihn seinem Vater zurueck. 43 Sie erstaunten aber alle sehr ueber die herrliche Groesse Gottes.

Zweite Leidensankuendigung.

Mt 17,22.23; Mk 9,30-32.

Als sich aber alle verwunderten ueber alles, was er tat, sprach er zu seinen Juengern: 44 Nehmt ihr diese Worte in eure Ohren, naemlich dass der Sohn des Menschen ueberliefert werden wird in die Haende der Menschen. 45 Sie aber verstanden dieses Wort nicht, und es war vor ihnen verborgen, dass sie es nicht begriffen; und sie fuerchteten sich, ihn ueber dieses Wort zu fragen.

Massstaebe fuer wahre Groesse und den Dienst im Reich Gottes.

Mt 18,1-5; Mk 9,33-37.38-41.

46 Es stieg aber unter ihnen eine Ueberlegung auf, wer wohl der Groesste unter ihnen sei. 47 Als Jesus aber die Ueberlegung ihres Herzens erkannte, nahm er ein Kind und stellte es neben sich 48 und sprach zu ihnen: Wer dieses Kind aufnehmen wird in meinem Namen, nimmt mich auf, und wer mich aufnehmen wird, nimmt den auf, der mich gesandt hat; denn wer der Kleinste ist unter euch allen, der ist gross.

49 Johannes aber antwortete und sprach: Meister, wir sahen jemand Daemonen austreiben in deinem Namen und wir wehrten ihm, weil er [dir] nicht mit uns nachfolgt. 50 Und Jesus sprach zu ihm: Wehrt nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, ist fuer euch.

Aufbruch nach Jerusalem - Ablehnung bei Samaritern.

51 Es geschah aber, als sich die Tage seiner Aufnahme erfuellten, da richtete er sein Angesicht fest darauf, nach Jerusalem zu gehen. 52 Und er sandte Boten vor seinem Angesicht her; und sie gingen hin und kamen in ein Dorf der Samariter, um fuer ihn [Unterkunft] zu bereiten. 53 Und sie nahmen ihn nicht auf, weil sein Angesicht nach Jerusalem hin gerichtet war. 54 Als aber seine Juenger Jakobus und Johannes das sahen, sprachen sie: Herr, willst du, dass wir sagen, dass Feuer vom Himmel herabfallen und sie verzehren soll, wie auch Elia tat? 55 Er wandte sich aber um und schalt sie. 9.56 Und sie gingen nach einem anderen Dorf.

Rechte Nachfolge.

Mt 8,18-22.

57 Es geschah aber, als sie auf dem Weg dahinzogen, sprach einer zu ihm: Ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst, Herr. 58 Und Jesus sprach zu ihm: Die Fuechse haben Hoehlen und die Voegel des Himmels Nester; aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo er sein Haupt hinlege. 59 Er sprach aber zu einem anderen: Folge mir nach! Der aber sprach: Herr, erlaube mir, zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben. 60 Jesus aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben, du aber geh hin und verkuendige das Reich Gottes. 61 Es sprach aber auch ein anderer: Ich will dir nachfolgen, Herr; zuvor aber erlaube mir, Abschied zu nehmen von denen, die in meinem Hause sind. 62 Jesus aber sprach zu ihm: Niemand, der seine Hand an den Pflug gelegt hat und zurueckblickt, ist tauglich fuer das Reich Gottes.

Aussendung der siebzig Juenger.

vgl. Kap. 9,1-6; Mt 10,5-15; Mk 6,7-13.

10

Nach diesem aber bestellte der Herr auch siebzig andere und sandte sie zu je zwei vor seinem Angesicht her in jede Stadt und jeden Ort, wohin er selbst kommen wollte. 2 Er sprach aber zu ihnen: Die Ernte zwar ist gross, der Arbeiter aber sind wenige. Bittet nun den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte. 3 Geht hin! Siehe, ich sende euch wie Laemmer mitten unter Woelfe. 4 Tragt weder Boerse noch Tasche noch Sandalen, und gruesst niemand auf dem Weg. 5 In welches Haus ihr aber eintretet, sprecht zuerst: Friede diesem Haus! 6 Und wenn dort ein Sohn des Friedens ist, so wird euer Friede auf ihm ruhen; wenn aber nicht, so wird er zu euch zurueckkehren. 7 In diesem Haus aber bleibt, und esst und trinkt, was sie haben; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Geht nicht aus einem Haus in ein anderes. 8 Und in welche Stadt ihr kommt, und sie nehmen euch auf, [da] esst, was euch vorgesetzt wird, 9 und heilt die Kranken darin und sprecht zu ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen. 10 In welche Stadt ihr aber gekommen seid, und sie nehmen euch nicht auf, [da] geht hinaus auf ihre Strassen und sprecht: 11 Auch den Staub, der uns aus eurer Stadt an den Fuessen haengt, schuetteln wir gegen euch ab; doch dies wisst, dass das Reich Gottes nahe gekommen ist. 12 Ich sage euch, dass es Sodom an jenem Tag ertraeglicher ergehen wird als jener Stadt.

Weherufe ueber unbussfertige Staedte.

Mt 11,20-24.

13 Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wenn in Tyrus und Sidon die Wunderwerke geschehen waeren, die unter euch geschehen sind, laengst haetten sie, in Sack und Asche sitzend, Busse getan. 14 Doch Tyrus und Sidon wird es ertraeglicher ergehen im Gericht als euch. 15 Und du, Kapernaum, die du bis zum Himmel erhoeht worden bist, bis zum Hades wirst du hinabgestossen werden. 16 Wer euch hoert, hoert mich; und wer euch verwirft, verwirft mich; wer aber mich verwirft, verwirft den, der mich gesandt hat.

Rueckkehr der Siebzig - Lobpreis des Vaters.

Mt 11,25-27.

17 Die Siebzig aber kehrten mit Freuden zurueck und sprachen: Herr, auch die Daemonen sind uns untertan in deinem Namen. 18 Er sprach aber zu ihnen: Ich schaute den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. 19 Siehe, ich gebe euch die Macht, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und ueber die ganze Kraft des Feindes, und nichts soll euch irgendwie schaden. 20 Doch darueber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind; freut euch aber, dass eure Namen in den Himmeln angeschrieben sind. 21 In dieser Stunde frohlockte Jesus im Geist und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Verstaendigen verborgen hast und hast es Unmuendigen geoffenbart. Ja, Vater, denn so war es wohlgefaellig vor dir. 22 Alles ist mir uebergeben von meinem Vater; und niemand erkennt, wer der Sohn ist, als nur der Vater; und wer der Vater ist, als nur der Sohn, und wem der Sohn [ihn] offenbaren will. 23 Und er wandte sich zu den Juengern allein und sprach: Glueckselig die Augen, die sehen, was ihr seht! 24 Denn ich sage euch, dass viele Propheten und Koenige begehrt haben, zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hoeren, was ihr hoert, und haben es nicht gehoert.

Der barmherzige Samariter.

vgl. Mt 22,34-40; Mk 12,28-34.

25 Und siehe, ein Gesetzesgelehrter stand auf und versuchte ihn und sprach: Lehrer, was muss ich getan haben, um ewiges Leben zu erben? 26 Er aber sprach zu ihm: Was steht in dem Gesetz geschrieben? Wie liest du? 27 Er aber antwortete und sprach: ‘Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Verstand und deinen Naechsten wie dich selbst. 28 Er sprach aber zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu dies, und du wirst leben. 29 Indem er aber sich selbst rechtfertigen wollte, sprach er zu Jesus: Und wer ist mein Naechster? 30 Jesus aber erwiderte und sprach: Ein Mensch ging von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel unter Raeuber, die ihn auch auszogen und ihm Schlaege versetzten und weggingen und ihn halbtot liegen liessen. 31 Von ungefaehr aber ging ein Priester jenen Weg hinab; und als er ihn sah, ging er an der entgegengesetzten Seite vorueber. 32 Ebenso aber kam auch ein Levit, der an den Ort gelangte und sah [ihn] und ging an der entgegengesetzten Seite vorueber. 33 Aber ein Samariter, der auf der Reise war, kam zu ihm hin; und als er ihn sah, wurde er innerlich bewegt; 34 und er trat hinzu und verband seine Wunden und goss Oel und Wein darauf; und er setzte ihn auf sein eigenes Tier und fuehrte ihn in eine Herberge und trug Sorge fuer ihn. 35 Und am folgenden Morgen zog er zwei Denare heraus und gab sie dem Wirt und sprach: Trage Sorge fuer ihn; und was du noch dazu verwenden wirst, werde ich dir bezahlen, wenn ich zurueckkomme. 36 Was meinst du, wer von diesen dreien der Naechste dessen gewesen ist, der unter die Raeuber gefallen war? 37 Er aber sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm uebte. Jesus aber sprach zu ihm: Geh hin und handle ebenso!

Martha und Maria.

38 Es geschah aber, als sie ihres Weges zogen, dass er in ein Dorf kam; und eine Frau mit Namen Martha nahm ihn in ihr Haus auf. 39 Und diese hatte eine Schwester, genannt Maria, die sich auch zu den Fuessen Jesu niedersetzte und seinem Wort zuhoerte. 40 Martha aber war sehr beschaeftigt mit vielem Dienen; sie trat aber hinzu und sprach: Herr, kuemmert es dich nicht, dass meine Schwester mich allein gelassen hat zu dienen? Sage ihr doch, dass sie mir helfe! 41 Jesus aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha! Du bist besorgt und beunruhigt um viele Dinge; 42 eins aber ist noetig. Maria aber hat das gute Teil erwaehlt, das nicht von ihr genommen werden wird.

Vom Gebet.

V. 1-4: vgl. Mt 6,9-13; V. 5-13: vgl. Mt 7,7-11.

11

Und es geschah, als er an einem Ort war und betete, da sprach, als er aufhoerte, einer seiner Juenger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Juenger lehrte! 2 Er sprach aber zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, geheiligt werde dein Name; dein Reich komme; 3 unser noetiges Brot gib uns taeglich; 4 und vergib uns unsere Suenden, denn auch wir selbst vergeben jedem, der uns schuldig ist; und fuehre uns nicht in Versuchung. 5 Und er sprach zu ihnen: Wer von euch wird einen Freund haben und wird um Mitternacht zu ihm gehen und zu ihm sagen: Freund, leihe mir drei Brote, 6 da mein Freund von der Reise bei mir angekommen ist und ich nichts habe, was ich ihm vorsetzen soll; 7 und jener wuerde von innen antworten und sagen: Mach mir keine Muehe, die Tuer ist schon geschlossen, und meine Kinder sind bei mir im Bett; ich kann nicht aufstehen und dir geben? 8 Ich sage euch, wenn er auch nicht aufstehen und ihm geben wird, weil er sein Freund ist, so wird er wenigstens um seiner Unverschaemtheit willen aufstehen und ihm geben, so viel er braucht. 9 Und ich sage euch: Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch aufgetan werden. 10 Denn jeder Bittende empfaengt, und der Suchende findet, und dem Anklopfenden wird aufgetan werden. 11 Wo ist unter euch ein Vater, den der Sohn um einen Fisch bitten wird - er wird ihm statt des Fisches doch nicht eine Schlange geben? 12 Oder auch, wenn er um ein Ei baete - er wird ihm doch nicht einen Skorpion geben? 13 Wenn nun ihr, die ihr boese seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wieviel mehr wird der Vater, der vom Himmel [gibt], den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!

Daemonenaustreibung.

Mt 12,22-37; Mk 3,22-30.

14 Und er trieb einen Daemon aus, der stumm war. Es geschah aber, als der Daemon ausgefahren war, redete der Stumme; und die Volksmengen wunderten sich. 15 Einige aber von ihnen sagten: Durch Beelzebul, den Obersten der Daemonen, treibt er die Daemonen aus. 16 Andere aber versuchten ihn und forderten von ihm ein Zeichen aus dem Himmel. 17 Da er aber ihre Gedanken wusste, sprach er zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst entzweit ist, wird verwuestet, und Haus gegen Haus [entzweit], stuerzt ein. 18 Wenn aber auch der Satan mit sich selbst entzweit ist, wie wird sein Reich bestehen? Denn ihr sagt, dass ich durch Beelzebul die Daemonen austreibe. 19 Wenn aber ich durch Beelzebul die Daemonen austreibe, durch wen treiben eure Soehne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein. 20 Wenn ich aber durch den Finger Gottes die Daemonen austreibe, so ist also das Reich Gottes zu euch gekommen. 21 Wenn der Starke bewaffnet seinen Hof bewacht, so ist seine Habe in Frieden; 22 wenn aber ein Staerkerer als er ueber ihn kommt und ihn besiegt, so nimmt er seine ganze Waffenruestung weg, auf die er vertraute, und seine Beute verteilt er. 23 Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, zerstreut.

Von der Rueckkehr unreiner Geister.

Mt 12,43-45.

24 Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchwandert er duerre Orte und sucht Ruhe; und da er sie nicht findet, spricht er: Ich will in mein Haus zurueckkehren, von wo ich ausgegangen bin. 25 Und wenn er kommt, findet er es gekehrt und geschmueckt. 26 Dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit, schlimmer als er selbst, und sie gehen hinein und wohnen dort; und das Ende jenes Menschen wird aerger als der Anfang.

Wahre Glueckseligkeit.

27 Es geschah aber, als er dies sagte, da erhob eine Frau aus der Volksmenge ihre Stimme und sprach zu ihm: Glueckselig der Leib, der dich getragen, und die Brueste, die du gesogen hast! 28 Er aber sprach: Gewiss, doch glueckselig, die das Wort Gottes hoeren und befolgen!

Das Zeichen Jonas.

Mt 12,38-42.

29 Als aber die Volksmengen sich herzudraengten, fing er an, zu sagen: Dieses Geschlecht ist ein boeses Geschlecht; es fordert ein Zeichen, und kein Zeichen wird ihm gegeben werden als nur das Zeichen Jonas. 30 Denn wie Jona den Niniviten ein Zeichen war, so wird es auch der Sohn des Menschen diesem Geschlecht sein. 31 Eine Koenigin des Suedens wird auftreten im Gericht mit den Maennern dieses Geschlechts und wird sie verdammen; denn sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit Salomos zu hoeren; und siehe, hier ist mehr als Salomo. 32 Maenner von Ninive werden aufstehen im Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen; denn sie taten Busse auf die Predigt Jonas hin; und siehe, hier ist mehr als Jona.

Gleichnis vom Auge.

vgl. Mt 5,15; 6,22.23.

33 Niemand aber, der eine Leuchte angezuendet hat, stellt sie ins Versteck, noch unter den Scheffel, sondern auf das Lampengestell, damit die Hereinkommenden den Schein sehen. 34 Die Leuchte des Leibes ist dein Auge; wenn dein Auge lauter ist, so ist auch dein ganzer Leib licht; wenn es aber boese ist, so ist auch dein Leib finster. 35 Sieh nun zu, dass das Licht, welches in dir ist, nicht Finsternis ist. 36 Wenn nun dein ganzer Leib licht ist und keinen finsteren Teil hat, so wird er ganz licht sein, wie wenn die Leuchte mit ihrem Strahl dich beleuchtete.

Weherufe gegen die Pharisaeer und Schriftgelehrten.

vgl. Mt 23,4-7.23-36.

37 Als er aber redete, bat ihn ein Pharisaeer, dass er bei ihm zu Mittag essen moechte; er ging aber hinein und legte sich zu Tisch. 38 Als aber der Pharisaeer es sah, wunderte er sich, dass er sich nicht erst vor dem Essen gewaschen hatte. 39 Der Herr aber sprach zu ihm: Nun, ihr Pharisaeer, ihr reinigt das Aeussere des Bechers und der Schuessel, euer Inneres aber ist voller Raub und Bosheit. 40 Toren! Hat nicht der, welcher das Aeussere gemacht hat, auch das Innere gemacht? 41 Gebt jedoch als Almosen, was darin ist, und siehe, alles ist euch rein. 42 Aber wehe euch Pharisaeern! Denn ihr verzehntet die Minze und die Raute und alles Kraut und uebergeht das Gericht und die Liebe Gottes; diese Dinge haettet ihr tun und jene nicht lassen sollen. 43 Wehe euch Pharisaeern! Denn ihr liebt den ersten Sitz in den Synagogen und die Begruessungen auf den Maerkten. 44 Wehe euch! Denn ihr seid wie die Gruefte, die verborgen sind, und die Menschen, die darueber hingehen, wissen es nicht. 45 Aber einer der Gesetzesgelehrten antwortete und spricht zu ihm: Lehrer, indem du dies sagst, schmaehst du auch uns. 46 Er aber sprach: Auch euch Gesetzesgelehrten wehe! Denn ihr belastet die Menschen mit schwer zu tragenden Lasten, und selbst ruehrt ihr die Last nicht mit einem eurer Finger an. 47 Wehe euch! Denn ihr baut die Grabmaeler der Propheten, eure Vaeter aber haben sie getoetet. 48 So gebt ihr Zeugnis und stimmt den Werken eurer Vaeter bei; denn sie haben sie getoetet, ihr aber baut ihre Grabmaeler. 49 Darum hat auch die Weisheit Gottes gesagt: Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden, und einige von ihnen werden sie toeten und vertreiben, 50 damit das Blut aller Propheten, das von Grundlegung der Welt an vergossen worden ist, von diesem Geschlecht gefordert werde: 51 von dem Blut Abels an bis zu dem Blut des Zacharias, der zwischen dem Altar und dem Haus umkam; ja, sage ich euch, es wird von diesem Geschlecht gefordert werden. 52 Wehe euch Gesetzesgelehrten! Denn ihr habt den Schluessel der Erkenntnis weggenommen; ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die hineingehen wollten, habt ihr gehindert. 53 Als er aber dies zu ihnen sagte, fingen die Schriftgelehrten und die Pharisaeer an, hart auf ihn einzudringen und ihn ueber vieles auszufragen; 54 und sie lauerten auf ihn, etwas aus seinem Mund zu erjagen.

Warnung vor Heuchelei - Ermutigung zu furchtlosem Bekenntnis - Warnung vor Laesterung des Geistes.

vgl. Mt 10,26-33.

12

Als sich unterdessen viele Tausende der Volksmenge versammelt hatten, so dass sie einander traten, fing er an, zuerst zu seinen Juengern zu sagen: Huetet euch vor dem Sauerteig der Pharisaeer, das heisst vor der Heuchelei. 2 Es ist aber nichts verdeckt, was nicht aufgedeckt, und verborgen, was nicht erkannt werden wird; 3 deswegen wird alles, was ihr in der Finsternis gesprochen haben werdet, im Licht gehoert werden, und was ihr ins Ohr gesprochen haben werdet in den Kammern, wird auf den Daechern ausgerufen werden.

4 Ich sage aber euch, meinen Freunden: Fuerchtet euch nicht vor denen, die den Leib toeten und nach diesem nichts weiter zu tun vermoegen. 5 Ich will euch aber zeigen, wen ihr fuerchten sollt: Fuerchtet den, der nach dem Toeten Macht hat, in die Hoelle zu werfen; ja, sage ich euch, diesen fuerchtet. 6 Werden nicht fuenf Sperlinge fuer zwei Pfennig verkauft? Und nicht einer von ihnen ist vor Gott vergessen. 7 Aber selbst die Haare eures Hauptes sind alle gezaehlt. So fuerchtet euch nun nicht; ihr seid mehr als viele Sperlinge. 8 Ich sage euch aber: Jeder, der mich vor den Menschen bekennen wird, den wird auch der Sohn des Menschen vor den Engeln Gottes bekennen; 9 wer mich aber vor den Menschen verleugnet haben wird, der wird vor den Engeln Gottes verleugnet werden.

10 Und jeder, der ein Wort sagen wird gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; dem aber, der gegen den Heiligen Geist laestert, wird nicht vergeben werden. 11 Wenn sie euch aber vor die Synagogen und die Obrigkeiten und die Machthaber fuehren, so sorgt nicht, wie oder womit ihr euch verantworten oder was ihr sagen sollt; 12 denn der Heilige Geist wird euch in jener Stunde lehren, was ihr sagen sollt.

Gleichnis vom reichen Toren.

13 Einer aus der Volksmenge aber sprach zu ihm: Lehrer, sage meinem Bruder, dass er das Erbe mit mir teile. 14 Er aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zu einem Richter oder [Erb]teiler ueber euch gesetzt? 15 Er sprach aber zu ihnen: Seht zu und huetet euch vor aller Habsucht, denn auch wenn jemand Ueberfluss hat, besteht sein Leben nicht durch seine Habe. 16 Er sagte aber ein Gleichnis zu ihnen und sprach: Das Land eines reichen Menschen trug viel ein. 17 Und er ueberlegte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Denn ich habe nicht, wohin ich meine Fruechte einsammeln soll. 18 Und er sprach: Dies will ich tun: ich will meine Scheunen niederreissen und groessere bauen und will dahin all mein Korn und meine Gueter einsammeln; 19 und ich will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast viele Gueter daliegen auf viele Jahre. Ruhe aus, iss, trink, sei froehlich! 20 Gott aber sprach zu ihm: Du Tor! In dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Was du aber bereitet hast, fuer wen wird es sein? 21 So ist, der fuer sich Schaetze sammelt und nicht reich ist im Blick auf Gott.

Warnung vor Sorgen.

vgl. Mt 6,19-21.25-34.

22 Er sprach aber zu seinen Juengern: Deshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt fuer das Leben, was ihr essen, noch fuer den Leib, was ihr anziehen sollt. 23 Das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung. 24 Betrachtet die Raben, die nicht saeen noch ernten, die weder Vorratskammer noch Scheune haben, und Gott ernaehrt sie. Wieviel seid ihr mehr als die Voegel! 25 Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslaenge eine Elle zusetzen? 26 Wenn ihr nun auch das geringste nicht koennt, warum seid ihr um das uebrige besorgt? 27 Betrachtet die Lilien, wie sie wachsen; sie muehen sich nicht und spinnen auch nicht. Ich sage euch aber, selbst Salomo in all seiner Herrlichkeit war nicht bekleidet wie eine von ihnen. 28 Wenn aber Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wieviel mehr euch, Kleinglaeubige! 29 Und ihr, trachtet nicht [danach], was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und seid nicht in Unruhe; 30 denn nach diesem allen trachten die Nationen der Welt; euer Vater aber weiss, dass ihr dies benoetigt. 31 Trachtet jedoch nach seinem Reich, und dies wird euch hinzugefuegt werden. 32 Fuerchte dich nicht, du kleine Herde, denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben. 33 Verkauft eure Habe und gebt Almosen; macht euch Beutel, die nicht veralten, einen unvergaenglichen Schatz in den Himmeln, wo kein Dieb sich naht und keine Motte zerstoert. 34 Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.

Ermahnung zur Wachsamkeit und Treue - Gleichnis vom treuen und untreuen Knecht.

vgl. Mt 24,42-51.

35 Es seien eure Lenden umguertet und die Lampen brennend; 36 und ihr, seid Menschen gleich, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen mag von der Hochzeit, damit, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich aufmachen. 37 Glueckselig jene Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend finden wird! Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich umguerten und sie sich zu Tisch legen lassen und wird hinzutreten und sie bedienen. 38 Und wenn er in der zweiten Wache kommt und in der dritten Wache kommt und findet sie so - glueckselig sind jene! 39 Dies aber erkennt: Wenn der Hausherr gewusst haette, zu welcher Stunde der Dieb kommen wuerde, so haette er gewacht und nicht erlaubt, dass sein Haus durchgraben wuerde. 40 Auch ihr, seid bereit! Denn der Sohn des Menschen kommt in der Stunde, da ihr es nicht meint.

41 Petrus aber sprach zu ihm: Herr, sagst du dieses Gleichnis zu uns oder auch zu allen? 42 Der Herr aber sprach: Wer ist nun der treue und kluge Verwalter, den der Herr ueber sein Gesinde setzen wird, um [ihm] die zugemessene Speise zu geben zur rechten Zeit? 43 Glueckselig jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird! 44 In Wahrheit sage ich euch, dass er ihn ueber seine ganze Habe setzen wird. 45 Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr laesst sich Zeit mit dem Kommen, und anfaengt, die Knechte und Maegde zu schlagen und zu essen und zu trinken und sich zu berauschen, 46 so wird der Herr jenes Knechtes kommen an einem Tag, an dem er es nicht erwartet, und in einer Stunde, die er nicht weiss, und wird ihn entzweischneiden und ihm sein Teil setzen mit den Unglaeubigen. 47 Jener Knecht aber, der den Willen seines Herrn wusste und sich nicht bereitet, noch nach seinem Willen getan hat, wird mit vielen [Schlaegen] geschlagen werden; 48 wer ihn aber nicht wusste, aber getan hat, was der Schlaege wert ist, wird mit wenigen geschlagen werden. Jedem aber, dem viel gegeben ist - viel wird von ihm verlangt werden; und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man desto mehr fordern.

Entzweiung um Jesu willen.

vgl. Mt 10,34-36.

49 Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen, und wie wuenschte ich, es waere schon angezuendet! 50 Ich habe aber eine Taufe, womit ich getauft werden muss, und wie bin ich bedraengt, bis sie vollbracht ist! 51 Denkt ihr, dass ich gekommen sei, Frieden auf der Erde zu geben? Nein, sage ich euch, sondern vielmehr Entzweiung. 52 Denn es werden von nun an fuenf in einem Haus entzweit sein; drei werden mit zweien und zwei mit dreien entzweit sein: 53 Vater mit Sohn und Sohn mit Vater, Mutter mit Tochter und Tochter mit der Mutter, Schwiegermutter mit ihrer Schwiegertochter und Schwiegertochter mit der Schwiegermutter.

Zeichen der Zeit - Ermahnung zur Versoehnung und Busse - Gleichnis vom Feigenbaum.

Mt 16,1-3.

54 Er sprach aber auch zu den Volksmengen: Wenn ihr eine Wolke von Westen aufsteigen seht, so sagt ihr sogleich: Ein Regenguss kommt. Und es geschieht so. 55 Und wenn [ihr] den Suedwind wehen [seht], so sagt ihr: Es wird Hitze geben. Und es geschieht. 56 Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels wisst ihr zu beurteilen. Wie aber kommt es, dass ihr diese Zeit nicht beurteilt?

V. 57-59: Mt 5,25.26.

57 Warum richtet ihr aber auch von euch selbst aus nicht, was recht ist? 58 Denn wenn du mit deinem Gegner vor die Obrigkeit gehst, so gib dir auf dem Weg Muehe, von ihm loszukommen, damit er dich nicht etwa zu dem Richter hinschleppe; und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener ueberliefern und der Gerichtsdiener dich ins Gefaengnis werfen. 59 Ich sage dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlt hast.

13

Zu dieser Zeit waren aber einige zugegen, die ihm von den Galilaeern berichteten, deren Blut Pilatus mit ihren Schlachtopfern vermischt hatte. 2 Und er antwortete und sprach zu ihnen: Meint ihr, dass diese Galilaeer vor allen Galilaeern Suender waren, weil sie dies erlitten haben? 3 Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Busse tut, werdet ihr alle ebenso umkommen. 4 Oder jene achtzehn, auf die der Turm in Siloah fiel und sie toetete: meint ihr, dass sie vor allen Menschen, die in Jerusalem wohnen, Schuldner waren? 5 Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Busse tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.

6 Er sagte aber dieses Gleichnis: Es hatte jemand einen Feigenbaum, der in seinem Weinberg gepflanzt war; und er kam und suchte Frucht an ihm und fand keine. 7 Er sprach aber zu dem Weingaertner: Siehe, drei Jahre komme ich und suche Frucht an diesem Feigenbaum und finde keine. Hau ihn ab! Wozu macht er auch das Land unbrauchbar? 8 Er aber antwortet und sagt zu ihm: Herr, lass ihn noch dieses Jahr, bis ich um ihn graben und Duenger legen werde; 9 und wenn er etwa Frucht bringen wird, [gut], wenn aber nicht, so magst du ihn kuenftig abhauen.

Heilung einer Frau am Sabbat.

10 Er lehrte aber am Sabbat in einer der Synagogen. 11 Und siehe, da war eine Frau, die achtzehn Jahre einen Geist der Schwaeche hatte; und sie war zusammengekruemmt und gaenzlich unfaehig, sich aufzurichten. 12 Als aber Jesus sie sah, rief er ihr zu und sprach zu ihr: Frau, du bist geloest von deiner Schwaeche! 13 Und er legte ihr die Haende auf, und sofort wurde sie gerade und verherrlichte Gott. 14 Der Synagogenvorsteher aber, unwillig, dass Jesus am Sabbat heilte, begann und sprach zu der Volksmenge: Sechs Tage sind es, an denen man arbeiten soll; an diesen nun kommt und lasst euch heilen und nicht am Tag des Sabbats. 15 Der Herr nun antwortete ihm und sprach: Heuchler! Bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe los und fuehrt ihn hin und traenkt ihn? 16 Diese aber, die eine Tochter Abrahams ist, die der Satan gebunden hat, siehe, achtzehn Jahre lang, sollte sie nicht von dieser Fessel geloest werden am Tag des Sabbats? 17 Und als er dies sagte, wurden alle seine Widersacher beschaemt; und die ganze Volksmenge freute sich ueber all die herrlichen Dinge, die durch ihn geschahen.

Gleichnisse vom Senfkorn und Sauerteig.

Mt 13,31-33; Mk 4,30-34.

18 Er sprach aber: Wem ist das Reich Gottes gleich, und wem soll ich es vergleichen? 19 Es gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und in seinen Garten warf; und es wuchs und wurde zu einem grossen Baum, und die Voegel des Himmels nisteten in seinen Zweigen.

20 Und wieder sprach er: Wem soll ich das Reich Gottes vergleichen? 21 Es gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Mass Mehl mengte, bis es ganz durchsaeuert war.

Die enge Pforte - Erste und Letzte.

22 Und lehrend durchzog er nacheinander Staedte und Doerfer und reiste nach Jerusalem. 23 Es sprach aber jemand zu ihm: Herr, sind es wenige, die errettet werden? Er aber sprach zu ihnen: 24 Ringt danach, durch die enge Pforte einzugehen; denn viele, sage ich euch, werden einzugehen suchen und werden es nicht vermoegen. 25 Sobald der Hausherr aufgestanden ist und die Tuer verschlossen hat und ihr anfangen werdet, draussen zu stehen und an der Tuer zu klopfen und zu sagen: Herr, tu uns auf! wird er antworten und zu euch sagen: Ich kenne euch nicht [und weiss nicht], woher ihr seid. 26 Dann werdet ihr anfangen, zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken, und auf unseren Strassen hast du gelehrt. 27 Und er wird sagen: Ich sage euch, ich kenne euch nicht [und weiss nicht], woher ihr seid. Weicht von mir, alle ihr Uebeltaeter! 28 Da wird das Weinen und das Zaehneknirschen sein, wenn ihr Abraham und Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sehen werdet, euch aber draussen hinausgeworfen. 29 Und sie werden kommen von Osten und Westen und von Norden und Sueden und zu Tisch liegen im Reich Gottes. 30 Und siehe, es sind Letzte, die Erste sein werden, und es sind Erste, die Letzte sein werden.

Klage ueber Jerusalem.

vgl. Mt 23,37-39.

31 In derselben Stunde kamen einige Pharisaeer herbei und sagten zu ihm: Geh hinaus und zieh fort, denn Herodes will dich toeten. 32 Und er sprach zu ihnen: Geht hin und sagt diesem Fuchs: Siehe, ich treibe Daemonen aus und vollbringe Heilungen heute und morgen, und am dritten [Tag] werde ich vollendet. 33 Doch ich muss heute und morgen und am folgenden [Tag] wandern; denn es geht nicht an, dass ein Prophet ausserhalb Jerusalems umkomme. 34 Jerusalem, Jerusalem, das da toetet die Propheten und steinigt, die zu ihm gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen wie eine Henne ihre Brut unter die Fluegel, und ihr habt nicht gewollt! 35 Siehe, euer Haus wird euch ueberlassen. Ich sage euch aber: Ihr werdet mich nicht sehen, bis es geschieht, dass ihr sprecht: ‘Gepriesen [sei], der da kommt im Namen des Herrn!

Heilung eines Wassersuechtigen am Sabbat.

14

Und es geschah, als er am Sabbat in das Haus eines der Obersten der Pharisaeer kam, um zu essen, dass sie auf ihn lauerten. 2 Und siehe, ein wassersuechtiger Mensch war vor ihm. 3 Und Jesus begann und sprach zu den Gesetzesgelehrten und Pharisaeern und sagte: Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen? 4 Sie aber schwiegen. Und er fasste ihn an und heilte ihn und entliess ihn. 5 Und er sprach zu ihnen: Wer unter euch, dessen Sohn oder Ochse in einen Brunnen faellt, zieht ihn nicht sogleich heraus am Tag des Sabbats? 6 Und sie konnten ihm darauf nicht antworten.

Warnung vor Ehrsucht.

7 Er sprach aber zu den Eingeladenen ein Gleichnis, als er bemerkte, wie sie die ersten Plaetze waehlten, und sagte zu ihnen: 8 Wenn du von jemandem zur Hochzeit geladen wirst, so lege dich nicht auf den ersten Platz, damit nicht etwa ein Geehrterer als du von ihm geladen sei 9 und der, welcher dich und ihn geladen hat, komme und zu dir spreche: Mach diesem Platz! Und dann wirst du anfangen, mit Schande den letzten Platz einzunehmen. 10 Sondern wenn du geladen bist, so geh hin und lege dich auf den letzten Platz, damit, wenn der, welcher dich geladen hat, kommt, er zu dir spreche: Freund, ruecke hoeher hinauf. Dann wirst du Ehre haben vor allen, die mit dir zu Tisch liegen; 11 Denn jeder, der sich selbst erhoeht, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhoeht werden.

12 Er sprach aber auch zu dem, der ihn geladen hatte: Wenn du ein Mittags- oder ein Abendmahl machst, so lade nicht deine Freunde, noch deine Brueder, noch deine Verwandten, noch reiche Nachbarn, damit nicht etwa auch sie dich wiederladen und dir Vergeltung zuteil werde. 13 Sondern wenn du ein Mahl machst, so lade Arme, Krueppel, Lahme, Blinde, 14 und glueckselig wirst du sein, weil sie nichts haben, um dir zu vergelten; denn es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.

Gleichnis vom grossen Abendmahl.

vgl. Mt 22,2-10.

15 Als aber einer von denen, die mit zu Tisch lagen, dies hoerte, sprach er zu ihm: Glueckselig, wer essen wird im Reich Gottes! 16 Er aber sprach zu ihm: Ein Mensch machte ein grosses Abendmahl und lud viele. 17 Und er sandte seinen Knecht zur Stunde des Abendmahls, um den Geladenen zu sagen: Kommt, denn schon ist alles bereit. 18 Und sie fingen alle ohne Ausnahme an, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muss notwendig ausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, halte mich fuer entschuldigt. 19 Und ein anderer sprach: Ich habe fuenf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe hin, sie zu erproben; ich bitte dich, halte mich fuer entschuldigt. 20 Und ein anderer sprach: Ich habe eine Frau geheiratet, und darum kann ich nicht kommen. 21 Und der Knecht kam herbei und berichtete dies seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: Geh eilends hinaus auf die Strassen und Gassen der Stadt und bringe die Armen und Krueppel und Lahmen und Blinden hier herein. 22 Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, wie du befohlen hast, und es ist noch Raum. 23 Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Wege und Zaeune und noetige [sie] hereinzukommen, dass mein Haus voll werde; 24 denn ich sage euch, dass nicht einer jener Maenner, die geladen waren, mein Abendmahl schmecken wird.

Bedingungen der Nachfolge.

25 Es ging aber eine grosse Volksmenge mit ihm; und er wandte sich um und sprach zu ihnen: 26 Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und seine Mutter und seine Frau und seine Kinder und seine Brueder und Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Juenger sein; 27 und wer nicht sein Kreuz traegt und mir nachkommt, kann nicht mein Juenger sein. 28 Denn wer unter euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuvor hin und berechnet die Kosten, ob er [das Noetige] zur Ausfuehrung habe? 29 Damit nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat und nicht vollenden kann, alle, die es sehen, anfangen, ihn zu verspotten, 30 und sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und konnte nicht vollenden. 31 Oder welcher Koenig, der auszieht, um sich mit einem anderen Koenig in Krieg einzulassen, setzt sich nicht zuvor hin und ratschlagt, ob er imstande sei, dem mit zehntausend entgegenzutreten, der gegen ihn mit zwanzigtausend anrueckt? 32 Wenn aber nicht, so sendet er, waehrend er noch fern ist, eine Gesandtschaft und bittet um die Friedensbedingungen. 33 So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Juenger sein. 34 Das Salz ist gut; wenn aber auch das Salz kraftlos geworden ist, womit soll es gewuerzt werden? 35 Es ist weder fuer das Land noch fuer den Duenger tauglich; man wirft es hinaus. Wer Ohren hat zu hoeren, der hoere!

Gleichnisse vom verlorenen Schaf und von der verlorenen Drachme.

V. 1-7: vgl. Mt 18,11-13.

15

Es nahten aber zu ihm alle Zoellner und Suender, ihn zu hoeren; 2 und die Pharisaeer und die Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt Suender auf und isst mit ihnen. 3 Er sprach aber zu ihnen dieses Gleichnis und sagte: 4 Welcher Mensch unter euch, der hundert Schafe hat und eins von ihnen verloren hat, laesst nicht die neunundneunzig in der Wueste und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? 5 Und wenn er es gefunden hat, so legt er es mit Freuden auf seine Schultern; 6 und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und die Nachbarn zusammen und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. 7 Ich sage euch: So wird Freude im Himmel sein ueber einen Suender, der Busse tut, [mehr] als ueber neunundneunzig Gerechte, die die Busse nicht noetig haben.

8 Oder welche Frau, die zehn Drachmen hat, zuendet nicht, wenn sie eine Drachme verliert, eine Lampe an und kehrt das Haus und sucht sorgfaeltig, bis sie sie findet? 9 Und wenn sie sie gefunden hat, ruft sie die Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und spricht: Freut euch mit mir, denn ich habe die Drachme gefunden, die ich verloren hatte. 10 So, sage ich euch, ist Freude vor den Engeln Gottes ueber einen Suender, der Busse tut.

Gleichnis vom verlorenen Sohn.

11 Er sprach aber: Ein Mensch hatte zwei Soehne; 12 und der juengere von ihnen sprach zu dem Vater: Vater, gib mir den Teil des Vermoegens, der mir zufaellt. Und er teilte ihnen die Habe. 13 Und nach nicht vielen Tagen brachte der juengere Sohn alles zusammen und reiste weg in ein fernes Land, und dort vergeudete er sein Vermoegen, indem er verschwenderisch lebte. 14 Als er aber alles verzehrt hatte, kam eine gewaltige Hungersnot ueber jenes Land, und er selbst fing an, Mangel zu leiden. 15 Und er ging hin und haengte sich an einen der Buerger jenes Landes, der schickte ihn auf seine Aecker, Schweine zu hueten. 16 Und er begehrte seinen Bauch zu fuellen mit den Schoten, die die Schweine frassen; und niemand gab ihm. 17 Als er aber in sich ging, sprach er: Wie viele Tageloehner meines Vaters haben Ueberfluss an Brot, ich aber komme hier um vor Hunger. 18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und will zu ihm sagen: Vater, ich habe gesuendigt gegen den Himmel und vor dir, 19 ich bin nicht mehr wuerdig, dein Sohn zu heissen, mach mich wie einen deiner Tageloehner. 20 Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und wurde innerlich bewegt und lief hin und fiel ihm um seinen Hals und kuesste ihn zaertlich. 21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesuendigt gegen den Himmel und vor dir, ich bin nicht mehr wuerdig, dein Sohn zu heissen. 22 Der Vater aber sprach zu seinen Sklaven: Bringt das beste Kleid her und zieht es ihm an und tut einen Ring an seine Hand und Sandalen an seine Fuesse; 23 und bringt das gemaestete Kalb her und schlachtet es, und lasst uns essen und froehlich sein! 24 Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, froehlich zu sein.

25 Sein aelterer Sohn aber war auf dem Feld; und als er kam und sich dem Haus naeherte, hoerte er Musik und Reigen. 26 Und er rief einen der Sklaven herbei und erkundigte sich, was das waere. 27 Der aber sprach zu ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemaestete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiedererhalten hat. 28 Er aber wurde zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber ging hinaus und redete ihm zu. 29 Er aber antwortete und sprach zu dem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir, und niemals habe ich ein Gebot von dir uebertreten; und mir hast du niemals ein Boeckchen gegeben, dass ich mit meinen Freunden froehlich waere; 30 da aber dieser dein Sohn gekommen ist, der deine Habe mit Huren durchgebracht hat, hast du ihm das gemaestete Kalb geschlachtet. 31 Er aber sprach zu ihm: Kind, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, ist dein. 32 Es geziemte sich aber, froehlich zu sein und sich zu freuen; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden und verloren und ist gefunden worden.

Gleichnis vom ungerechten Verwalter.

16

Er sprach aber auch zu den Juengern: Es war ein reicher Mann, der einen Verwalter hatte; und dieser wurde bei ihm angeklagt, als verschwende er seine Habe. 2 Und er rief ihn und sprach zu ihm: Was ist es, das ich von dir hoere? Lege die Rechnung von deiner Verwaltung ab, denn du wirst nicht mehr Verwalter sein koennen. 3 Der Verwalter aber sprach bei sich selbst: Was soll ich tun? Denn mein Herr nimmt mir die Verwaltung ab. Graben kann ich nicht, zu betteln schaeme ich mich. 4 Ich weiss, was ich tun werde, damit sie mich, wenn ich der Verwaltung enthoben bin, in ihre Haeuser aufnehmen. 5 Und er rief jeden einzelnen der Schuldner seines Herrn herbei und sprach zu dem ersten: Wieviel bist du meinem Herrn schuldig? 6 Der aber sprach: Hundert Bat Oel. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldbrief und setze dich schnell hin und schreibe fuenfzig. 7 Danach sprach er zu einem anderen: Du aber, wieviel bist du schuldig? Der aber sprach: Hundert Kor Weizen. Und er spricht zu ihm: Nimm deinen Schuldbrief und schreibe achtzig. 8 Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Soehne dieser Welt sind klueger als die Soehne des Lichts gegen ihr eigenes Geschlecht. 9 Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, man euch aufnehme in die ewigen Zelte. 10 Wer im Geringsten treu ist, ist auch in vielem treu, und wer im Geringsten ungerecht ist, ist auch in vielem ungerecht. 11 Wenn ihr nun mit dem ungerechten Mammon nicht treu gewesen seid, wer wird euch das Wahrhaftige anvertrauen? 12 Und wenn ihr mit dem Fremden nicht treu gewesen seid, wer wird euch das Eure geben? 13 Kein Haussklave kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhaengen und den anderen verachten. Ihr koennt nicht Gott dienen und dem Mammon.

Gesetz und Evangelium.

14 Dies alles hoerten aber auch die Pharisaeer, die geldliebend waren, und sie verhoehnten ihn. 15 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid es, die sich selbst rechtfertigen vor den Menschen, Gott aber kennt eure Herzen; denn was unter den Menschen hoch ist, ist ein Greuel vor Gott. 16 Das Gesetz und die Propheten [gehen] bis auf Johannes; von da an wird das Evangelium des Reiches Gottes verkuendigt, und jeder dringt mit Gewalt hinein. 17 Es ist aber leichter, dass der Himmel und die Erde vergehen, als dass ein Strichlein des Gesetzes wegfalle. 18 Jeder, der seine Frau entlaesst und eine andere heiratet, begeht Ehebruch; und jeder, der die von einem Mann Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.

Der reiche Mann und der arme Lazarus.

19 Es war aber ein reicher Mann, und er kleidete sich in Purpur und feine Leinwand und lebte alle Tage froehlich und in Prunk. 20 Ein Armer aber, mit Namen Lazarus, lag an dessen Tor, voller Geschwuere, 21 und er begehrte, sich mit den Abfaellen vom Tisch des Reichen zu saettigen; aber auch die Hunde kamen und leckten seine Geschwuere. 22 Es geschah aber, dass der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoss getragen wurde. Es starb aber auch der Reiche und wurde begraben. 23 Und als er im Hades seine Augen aufschlug und in Qualen war, sieht er Abraham von fern und Lazarus in seinem Schoss. 24 Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, dass er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kuehle; denn ich leide Pein in dieser Flamme. 25 Abraham aber sprach: Kind, gedenke, dass du dein Gutes voellig empfangen hast in deinem Leben und Lazarus ebenso das Boese; jetzt aber wird er hier getroestet, du aber leidest Pein. 26 Und zu diesem allen ist zwischen uns und euch eine grosse Kluft festgelegt, damit die, welche von hier zu euch hinuebergehen wollen, es nicht koennen, noch die, welche von dort zu uns herueberkommen wollen. 27 Er sprach aber: Ich bitte dich nun, Vater, dass du ihn in das Haus meines Vaters sendest, 28 denn ich habe fuenf Brueder, dass er ihnen ernstlich Zeugnis gebe, damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen. 29 Abraham aber spricht zu ihm: Sie haben Mose und die Propheten; moegen sie die hoeren. 30 Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn jemand von den Toten zu ihnen geht, so werden sie Busse tun. 31 Er sprach aber zu ihm: Wenn sie Mose und die Propheten nicht hoeren, so werden sie auch nicht ueberzeugt werden, wenn jemand aus den Toten aufersteht.

Warnung vor Verfuehrung zur Suende - Ermahnungen vom Vergeben, Glauben und Dienen.

17

Er sprach aber zu seinen Juengern: Es ist unmoeglich, dass nicht Verfuehrungen kommen. Wehe aber dem, durch den sie kommen! 2 Es waere ihm nuetzlicher, wenn ein Muehlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen wuerde, als dass er einem dieser Kleinen Anlass zur Suende gaebe!

3 Habt acht auf euch selbst: Wenn dein Bruder suendigt, so weise ihn zurecht, und wenn er es bereut, so vergib ihm. 4 Und wenn er siebenmal am Tag an dir suendigt und siebenmal zu dir umkehrt und spricht: Ich bereue es, so sollst du ihm vergeben.

5 Und die Apostel sprachen zu dem Herrn: Mehre uns den Glauben! 6 Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so wuerdet ihr zu diesem Maulbeerfeigenbaum sagen: Entwurzele dich und pflanze dich ins Meer! Und er wuerde euch gehorchen.

7 Wer aber von euch, der einen Sklaven hat, der pfluegt oder huetet, wird zu ihm, wenn er vom Feld hereinkommt, sagen: Komm und leg dich sogleich zu Tisch? 8 Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Richte zu, was ich zu Abend essen soll, und guerte dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe; und danach sollst du essen und trinken? 9 Dankt er etwa dem Sklaven, dass er das Befohlene getan hat? Ich meine nicht. 10 So sprecht auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist: Wir sind unnuetze Sklaven; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.

Heilung von zehn Aussaetzigen.

11 Und es geschah, als er nach Jerusalem reiste, dass er mitten durch Samaria und Galilaea ging. 12 Und als er in ein Dorf einzog, begegneten ihm zehn aussaetzige Maenner, die von fern standen. 13 Und sie erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, Meister, erbarme dich unser! 14 Und als er [sie] sah, sprach er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch den Priestern! Und es geschah, waehrend sie hingingen, wurden sie gereinigt. 15 Einer aber von ihnen kehrte zurueck, als er sah, dass er geheilt war, und verherrlichte Gott mit lauter Stimme; 16 und er fiel aufs Angesicht zu seinen Fuessen und dankte ihm; und das war ein Samariter. 17 Jesus aber antwortete und sprach: Sind nicht die Zehn gereinigt worden? Wo sind die Neun? 18 Haben sich sonst keine gefunden, die zurueckkehrten, um Gott Ehre zu geben, ausser diesem Fremdling? 19 Und er sprach zu ihm: Steh auf und geh hin! Dein Glaube hat dich gerettet.

Das Reich Gottes und der Tag des Menschensohnes.

V. 22-36: vgl. Mt 24,17.18.23-28.37-41.

20 Und als er von den Pharisaeern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes? antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten koennte; 21 noch wird man sagen: Siehe hier! Oder: Siehe dort! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch. 22 Er sprach aber zu den Juengern: Es werden Tage kommen, da ihr begehren werdet, einen der Tage des Sohnes des Menschen zu sehen, und ihr werdet [ihn] nicht sehen. 23 Und man wird zu euch sagen: Siehe hier! oder: Siehe dort! Geht nicht hin, folgt auch nicht. 24 Denn wie der Blitz blitzend leuchtet von einem [Ende] unter dem Himmel bis zum anderen [Ende] unter dem Himmel, so wird der Sohn des Menschen sein an seinem Tag. 25 Vorher aber muss er vieles leiden und verworfen werden von diesem Geschlecht. 26 Und wie es in den Tagen Noahs geschah, so wird es auch sein in den Tagen des Sohnes des Menschen: 27 sie assen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden verheiratet bis zu dem Tag, da Noah in die Arche ging und die Flut kam und alle umbrachte. 28 Ebenso auch, wie es geschah in den Tagen Lots: sie assen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten; 29 an dem Tag aber, da Lot von Sodom ausging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte alle um. 30 Ebenso wird es an dem Tag sein, da der Sohn des Menschen geoffenbart wird. 31 An jenem Tag - wer auf dem Dach sein wird und sein Geraet im Haus hat, der steige nicht hinab, um es zu holen; und wer auf dem Feld ist, wende sich ebensowenig zurueck. 32 Gedenkt an Lots Frau! 33 Wer sein Leben zu retten sucht, wird es verlieren; und wer es verliert, wird es erhalten. 34 Ich sage euch: In jener Nacht werden zwei auf einem Bett sein; einer wird genommen und der andere gelassen werden. 35 Zwei werden zusammen mahlen, die eine wird genommen, die andere gelassen werden. 36 Und sie antworten und sagen zu ihm: Wo, Herr? Er aber sprach zu ihnen: Wo der Leichnam ist, da sammeln sich auch die Adler.

Gleichnis vom ungerechten Richter.

18

Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis dafuer, dass sie allezeit beten und nicht ermatten sollten, 2 und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der Gott nicht fuerchtete und vor keinem Menschen sich scheute. 3 Es war aber eine Witwe in jener Stadt; und sie kam zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht gegenueber meinem Widersacher. 4 Und eine Zeitlang wollte er nicht; danach aber sprach er bei sich selbst: Wenn ich auch Gott nicht fuerchte und vor keinem Menschen mich scheue, 5 so will ich doch, weil diese Witwe mir Muehe macht, ihr Recht verschaffen, dass sie nicht am Ende komme und mir ins Gesicht fahre. 6 Der Herr aber sprach: Hoert, was der ungerechte Richter sagt. 7 Gott aber, sollte er das Recht seiner Auserwaehlten nicht ausfuehren, die Tag und Nacht zu ihm schreien, und sollte er es bei ihnen lange hinziehen? 8 Ich sage euch, dass er ihr Recht ohne Verzug ausfuehren wird. Doch wird wohl der Sohn des Menschen, wenn er kommt, den Glauben finden auf der Erde?

Gleichnis vom Pharisaeer und Zoellner.

9 Er sprach aber auch zu einigen, die auf sich selbst vertrauten, dass sie gerecht seien, und die uebrigen fuer nichts achteten, dieses Gleichnis: 10 Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisaeer und der andere ein Zoellner. 11 Der Pharisaeer stand und betete bei sich selbst so: O Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die uebrigen der Menschen: Raeuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zoellner. 12 Ich faste zweimal in der Woche, ich verzehnte alles, was ich erwerbe. 13 Und der Zoellner stand von fern und wollte sogar die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: O Gott, sei mir, dem Suender, gnaedig! 14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus im Gegensatz zu jenem; denn jeder, der sich selbst erhoeht, wird erniedrigt werden; wer aber sich selbst erniedrigt, wird erhoeht werden.

Jesus und die Kinder.

Mt 19,13-15; Mk 10,13-16.

15 Sie brachten aber auch die [kleinen] Kinder zu ihm, dass er sie anruehre. Als aber die Juenger es sahen, fuhren sie sie an. 16 Jesus aber rief sie herbei und sprach: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehrt ihnen nicht, denn solchen gehoert das Reich Gottes. 17 Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht aufnehmen wird wie ein Kind, wird nicht hineinkommen.

Frage eines Reichen nach dem ewigen Leben.

Mt 19,16-30; Mk 10,17-31.

18 Und es fragte ihn ein Oberster und sprach: Guter Lehrer, was muss ich getan haben, um ewiges Leben zu erben? 19 Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut, als nur einer, Gott. 20 Die Gebote weisst du: ‘Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht toeten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsches Zeugnis geben; ehre deinen Vater und deine Mutter. 21 Er aber sprach: Dies alles habe ich befolgt von meiner Jugend an. 22 Als aber Jesus dies hoerte, sprach er zu ihm: Eins fehlt dir noch: verkaufe alles, was du hast, und verteile es an die Armen, und du wirst einen Schatz in den Himmeln haben, und komm, folge mir nach! 23 Als er aber dies hoerte, wurde er sehr betruebt, denn er war sehr reich. 24 Als aber Jesus sah, dass er sehr betruebt wurde, sprach er: Wie schwer werden die, welche Gueter haben, in das Reich Gottes kommen! 25 Denn es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadeloehr eingeht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes kommt. 26 Es sprachen aber, die es hoerten: Und wer kann [dann] errettet werden? 27 Er aber sprach: Was bei Menschen unmoeglich ist, ist moeglich bei Gott. 28 Petrus aber sprach: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. 29 Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Eltern oder Brueder oder Frau oder Kinder verlassen hat um des Reiches Gottes willen, 30 der nicht Vielfaeltiges empfangen wird in dieser Zeit und in dem kommenden Zeitalter ewiges Leben.

Dritte Leidensankuendigung.

Mt 20,17-19; Mk 10,32-34.

31 Er nahm aber die Zwoelf zu sich und sprach zu ihnen: Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was durch die Propheten auf den Sohn des Menschen hin geschrieben ist; 32 denn er wird den Nationen ueberliefert werden und wird verspottet und geschmaeht und angespien werden; 33 und wenn sie ihn gegeisselt haben, werden sie ihn toeten, und am dritten Tag wird er auferstehen. 34 Und sie verstanden nichts von diesen Dingen, und dieses Wort war vor ihnen verborgen, und sie begriffen das Gesagte nicht.

Heilung eines Blinden.

Mt 20,29-34; Mk 10,46-52; vgl. Mt 9,27-31; Mk 8,22-26.

35 Es geschah aber, als er Jericho nahte, sass ein Blinder bettelnd am Weg. 36 Und als er eine Volksmenge vorbeiziehen hoerte, erkundigte er sich, was das sei. 37 Sie verkuendeten ihm aber, dass Jesus, der Nazoraeer, voruebergehe. 38 Und er rief und sprach: Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner! 39 Und die Vorangehenden bedrohten ihn, dass er schweigen sollte; er aber schrie um so mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner! 40 Jesus aber blieb stehen und befahl, dass man ihn zu ihm fuehre. Als er sich aber naeherte, fragte er ihn: 41 Was willst du, dass ich dir tun soll? Er aber sprach: Herr, dass ich sehend werde! 42 Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dich geheilt. 43 Und sofort wurde er sehend, folgte ihm nach und verherrlichte Gott. Und das ganze Volk, das es sah, gab Gott Lob.

Zachaeus, der Oberzoellner.

19

Und er ging hinein und zog durch Jericho. 2 Und siehe, [da war] ein Mann mit Namen Zachaeus, und der war ein Oberzoellner und war reich. 3 Und er suchte Jesus zu sehen, wer er sei; und er konnte es nicht vor der Volksmenge, denn er war klein von Gestalt. 4 Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, damit er ihn sehe; denn er sollte dort durchkommen. 5 Und als er an den Ort kam, sah Jesus auf und erblickte ihn und sprach zu ihm: Zachaeus, steige eilends herab, denn heute muss ich in deinem Haus bleiben. 6 Und er stieg eilends herab und nahm ihn auf mit Freuden. 7 Und als sie es sahen, murrten alle und sagten: Er ist eingekehrt, um bei einem suendigen Mann zu herbergen. 8 Zachaeus aber stand und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Haelfte meiner Gueter gebe ich den Armen, und wenn ich von jemand etwas durch falsche Anklage genommen habe, so erstatte ich es vierfach. 9 Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil widerfahren, weil auch er ein Sohn Abrahams ist; 10 denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu erretten, was verloren ist.

Gleichnis von den anvertrauten Pfunden.

vgl. Mt 25,14-30.

11 Waehrend sie aber dies hoerten, fuegte er noch ein Gleichnis hinzu, weil er nahe bei Jerusalem war, und sie meinten, dass das Reich Gottes sogleich erscheinen sollte. 12 Er sprach nun: Ein hochgeborener Mann zog in ein fernes Land, um ein Reich fuer sich zu empfangen und wiederzukommen. 13 Er berief aber zehn seiner Knechte und gab ihnen zehn Pfunde und sprach zu ihnen: Handelt [damit], bis ich [wieder-]komme. 14 Seine Buerger aber hassten ihn und schickten eine Gesandtschaft hinter ihm her und liessen sagen: Wir wollen nicht, dass dieser ueber uns Koenig sei. 15 Und es geschah, als er zurueckkam, nachdem er das Reich empfangen hatte, da sagte er, man solle diese Knechte, denen er das Geld gegeben hatte, zu ihm rufen, damit er erfuehre, was ein jeder erhandelt habe. 16 Der erste aber kam herbei und sagte: Herr, dein Pfund hat zehn Pfunde hinzugewonnen. 17 Und er sprach zu ihm: Recht so, du guter Knecht! Weil du im Geringsten treu warst, sollst du Vollmacht ueber zehn Staedte haben. 18 Und der zweite kam und sagte: Herr, dein Pfund hat fuenf Pfunde eingetragen. 19 Er sprach aber auch zu diesem: Und du, sei ueber fuenf Staedte. 20 Und ein anderer kam und sagte: Herr, siehe, [hier ist] dein Pfund, das ich in einem Schweisstuch verwahrt hielt; 21 denn ich fuerchtete dich, weil du ein strenger Mann bist: du nimmst, was du nicht hingelegt, und du erntest, was du nicht gesaet hast. 22 Er spricht zu ihm: Aus deinem Mund werde ich dich richten, du boeser Knecht! Du wusstest, dass ich ein strenger Mann bin, der ich nehme, was ich nicht hingelegt, und ernte, was ich nicht gesaet habe? 23 Und warum hast du mein Geld nicht in eine Bank gegeben, und wenn ich kam, haette ich es mit Zinsen eingefordert? 24 Und er sprach zu den Dabeistehenden: Nehmt das Pfund von ihm und gebt es dem, der die zehn Pfunde hat. 25 Und sie sprachen zu ihm: Herr, er hat [ja schon] zehn Pfunde! 26 Ich sage euch: Jedem, der da hat, wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, von dem wird selbst, was er hat, weggenommen werden. 27 Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, dass ich ueber sie Koenig wuerde, bringt her und erschlagt sie vor mir.

Einzug in Jerusalem - Ankuendigung der Zerstoerung Jerusalems.

V. 28-40: Mt 21,1-11; Mk 11,1-10; Joh 12,12-19.

28 Und als er dies gesagt hatte, zog er voran und ging hinauf nach Jerusalem. 29 Und es geschah, als er Bethphage und Bethanien nahte, gegen den Berg hin, der Oelberg genannt wird, sandte er zwei seiner Juenger 30 und sprach: Geht hin in das Dorf gegenueber, und wenn ihr hineinkommt, werdet ihr ein Fohlen darin angebunden finden, auf dem kein Mensch je gesessen hat; bindet es los und fuehrt es [her]. 31 Und wenn jemand euch fragt: Warum bindet ihr es los? sprecht so zu ihm: Der Herr braucht es. 32 Und die Abgesandten gingen hin und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte. 33 Als sie aber das Fohlen losbanden, sprachen dessen Herren zu ihnen: Warum bindet ihr das Fohlen los? 34 Sie aber sprachen: Der Herr braucht es. 35 Und sie fuehrten es zu Jesus; und sie warfen ihre Kleider auf das Fohlen und setzten Jesus darauf. 36 Waehrend er aber hinzog, breiteten sie ihre Kleider aus auf den Weg. 37 Und als er sich schon dem Abhang des Oelbergs nahte, fing die ganze Menge der Juenger an, mit lauter Stimme freudig Gott zu loben ueber alle die Wunderwerke, die sie gesehen hatten, 38 und sie sagten: ‘Gepriesen [sei] der Koenig, der da kommt im Namen des Herrn! Friede im Himmel und Herrlichkeit in der Hoehe! 39 Und einige der Pharisaeer aus der Volksmenge sprachen zu ihm: Lehrer, weise deine Juenger zurecht. 40 Und er antwortete und sprach zu ihnen: Ich sage euch, wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien.

41 Und als er sich naeherte und die Stadt sah, weinte er ueber sie, 42 und sprach: Wenn auch du an diesem Tag erkannt haettest, was zu deinem Frieden dient! Jetzt aber ist es vor deinen Augen verborgen. 43 Denn Tage werden ueber dich kommen, da werden deine Feinde einen Wall um dich aufschuetten und dich umzingeln und dich von allen Seiten einengen; 44 und sie werden dich und deine Kinder in dir zu Boden werfen und werden in dir nicht einen Stein auf dem anderen lassen, dafuer dass du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast.

Tempelreinigung - Die Frage nach der Vollmacht Jesu.

Mt 21,12-16; Mk 11,15-18; vgl. Joh 2,13-17.

45 Und als er in den Tempel eingetreten war, fing er an, die Verkaeufer auszutreiben, 46 und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: ‘Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber habt es zu einer ‘Raeuberhoehle gemacht.

47 Und er lehrte taeglich im Tempel; die Hohenpriester aber und die Schriftgelehrten und die Ersten des Volkes suchten ihn umzubringen. 48 Und sie fanden nicht, was sie tun sollten, denn das ganze Volk hing ihm an und hoerte auf ihn.

Mt 21,23-27; Mk 11,27-33.

20

Und es geschah an einem der Tage, als er das Volk im Tempel lehrte und das Evangelium verkuendigte, da traten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten mit den Aeltesten herbei 2 und sprachen zu ihm und sagten: Sage uns, in welcher Vollmacht tust du diese Dinge? Oder wer ist es, der dir diese Vollmacht gegeben hat? 3 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Auch ich will euch ein Wort fragen; und sagt mir: 4 War die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen? 5 Sie aber ueberlegten miteinander und sprachen: Wenn wir sagen: vom Himmel, so wird er sagen: Warum habt ihr ihm nicht geglaubt? 6 Wenn wir aber sagen: von Menschen, so wird das ganze Volk uns steinigen, denn es ist ueberzeugt, dass Johannes ein Prophet ist. 7 Und sie antworteten, sie wuessten nicht, woher. 8 Und Jesus sprach zu ihnen: So sage auch ich euch nicht, in welcher Vollmacht ich dies tue.

Gleichnis von den Weingaertnern.

Mt 21,33-46; Mk 12,1-12.

9 Er fing aber an, zu dem Volk dieses Gleichnis zu sagen: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und verpachtete ihn an Weingaertner und reiste fuer lange Zeit ausser Landes. 10 Und zur bestimmten Zeit sandte er einen Knecht zu den Weingaertnern, damit sie ihm von der Frucht des Weinbergs gaeben; die Weingaertner aber schlugen ihn und schickten ihn leer fort. 11 Und er fuhr fort und sandte einen anderen Knecht; sie aber schlugen auch den und behandelten ihn veraechtlich und schickten ihn leer fort. 12 Und er fuhr fort und sandte einen dritten; sie aber verwundeten auch diesen und warfen ihn hinaus. 13 Der Herr des Weinbergs aber sprach: Was soll ich tun? Ich will meinen geliebten Sohn senden; vielleicht, wenn sie diesen sehen, werden sie sich scheuen. 14 Als aber die Weingaertner ihn sahen, ueberlegten sie miteinander und sagten: Dieser ist der Erbe; lasst uns ihn toeten, dass das Erbe unser werde. 15 Und als sie ihn aus dem Weinberg hinausgeworfen hatten, toeteten sie ihn. Was wird nun der Herr des Weinbergs ihnen tun? 16 Er wird kommen und diese Weingaertner umbringen und den Weinberg anderen geben. Als sie aber [das] hoerten, sprachen sie: Das sei fern! 17 Er aber sah sie an und sprach: Was ist denn das, was geschrieben steht: ‘Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden? 18 Jeder, der auf jenen Stein faellt, wird zerschmettert werden; auf wen er aber fallen wird, den wird er zermalmen. 19 Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten suchten zu dieser Stunde die Haende an ihn zu legen - und sie fuerchteten das Volk -; denn sie erkannten, dass er dieses Gleichnis auf sie hin gesagt hatte.

Die Frage nach der Steuer.

Mt 22,15-22; Mk 12,13-17.

20 Und sie beobachteten [ihn] und sandten Auflauerer aus, die sich stellten, als ob sie fromm waeren, um ihn in der Rede zu fangen, damit sie ihn der Obrigkeit und der Macht des Statthalters ueberliefern koennten. 21 Und sie fragten ihn und sagten: Lehrer, wir wissen, dass du recht redest und lehrst und die Person nicht ansiehst, sondern den Weg Gottes in Wahrheit lehrst. 22 Ist es uns erlaubt, dem Kaiser Steuer zu geben oder nicht? 23 Aber er nahm ihre Arglist wahr und sprach zu ihnen: Was versucht ihr mich? 24 Zeigt mir einen Denar! Wessen Bild und Aufschrift hat er? Sie aber antworteten und sprachen: Des Kaisers. 25 Er aber sprach zu ihnen: Gebt daher dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. 26 Und sie konnten ihn in [seinem] Wort vor dem Volk nicht fangen; und sie verwunderten sich ueber seine Antwort und schwiegen.

Die Frage nach der Auferstehung.

Mt 22,23-33; Mk 12,18-27.

27 Es kamen aber einige der Sadduzaeer herbei, die einwenden, es gebe keine Auferstehung, und fragten ihn 28 und sagten: Lehrer, Mose hat uns geschrieben: Wenn jemandes Bruder stirbt, der eine Frau hat und ist kinderlos, dass sein Bruder die Frau nehme und seinem Bruder Nachkommenschaft erwecke. 29 Es waren nun sieben Brueder. Und der erste nahm eine Frau und starb kinderlos; 30 und der zweite 31 und der dritte nahm sie; ebenso aber auch die sieben, sie hinterliessen keine Kinder und starben. 32 Zuletzt aber starb auch die Frau. 33 In der Auferstehung nun, wessen Frau von ihnen wird sie sein? Denn die sieben hatten sie zur Frau. 34 Und Jesus sprach zu ihnen: Die Soehne dieser Welt heiraten und werden verheiratet; 35 die aber wuerdig geachtet werden, jener Welt teilhaftig zu sein und der Auferstehung aus den Toten, heiraten nicht, noch werden sie verheiratet; 36 denn sie koennen auch nicht mehr sterben, denn sie sind Engeln gleich und sind Soehne Gottes, da sie Soehne der Auferstehung sind. 37 Dass aber die Toten auferstehen, hat auch Mose beim Dornbusch angedeutet, wenn er den Herrn ‘den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt. 38 Er ist aber nicht Gott der Toten, sondern der Lebenden; denn fuer ihn leben alle. 39 Einige der Schriftgelehrten aber antworteten und sprachen: Lehrer, du hast gut gesprochen. 40 Denn sie wagten nicht mehr, ihn ueber irgend etwas zu befragen.

Die Frage nach dem Christus.

Mt 22,41-46; Mk 12,35-37.

41 Er aber sprach zu ihnen: Wie sagen sie, dass der Christus Davids Sohn sei, 42 und David selbst sagt im Buch der Psalmen: ‘Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, 43 bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Fuesse lege? 44 David also nennt ihn Herr. Und wie ist er sein Sohn?

Warnung vor den Schriftgelehrten.

Mt 23,1-7; Mk 12,38-40.

45 Waehrend aber das ganze Volk zuhoerte, sprach er zu seinen Juengern: 46 Huetet euch vor den Schriftgelehrten, die in langen Gewaendern einhergehen wollen und die Begruessungen auf den Maerkten lieben und die ersten Sitze in den Synagogen und die ersten Plaetze bei den Gastmaehlern; 47 die die Haeuser der Witwen verschlingen und zum Schein lange Gebete halten. Diese werden ein schwereres Gericht empfangen.

Die Gabe der armen Witwe.

Mk 12,41-44.

21

Er blickte aber auf und sah die Reichen ihre Gaben in den Schatzkasten legen. 2 Er sah aber auch eine arme Witwe zwei Scherflein dort einlegen. 3 Und er sprach: In Wahrheit sage ich euch, dass diese arme Witwe mehr eingelegt hat als alle. 4 Denn alle diese haben von ihrem Ueberfluss eingelegt zu den Gaben; diese aber hat aus ihrem Mangel heraus den ganzen Lebensunterhalt, den sie hatte, eingelegt.

Endzeitrede: Tempelzerstoerung und Drangsale der Endzeit - Ankunft des Menschensohnes

Mt 24,1-30; Mk 13,1-26.

5 Und als einige von dem Tempel sagten, dass er mit schoenen Steinen und Weihgeschenken geschmueckt sei, sprach er: 6 Diese Dinge, die ihr seht: Tage werden kommen, in denen nicht ein Stein auf dem anderen gelassen wird, der nicht abgebrochen werden wird. 7 Sie fragten ihn aber und sagten: Lehrer, wann wird denn dies sein, und was ist das Zeichen, wann dies geschehen soll? 8 Er aber sprach: Seht zu, dass ihr nicht verfuehrt werdet! Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin}s, und die Zeit ist nahe gekommen! Geht ihnen nicht nach! 9 Wenn ihr aber von Kriegen und Empoerungen hoeren werdet, so erschreckt nicht; denn dies muss zuvor geschehen, aber das Ende ist nicht sogleich da. 10 Dann sprach er zu ihnen: Es wird sich Nation gegen Nation erheben und Koenigreich gegen Koenigreich; 11 und es werden grosse Erdbeben sein an verschiedenen Orten und Hungersnoete und Seuchen; auch Schrecknisse und grosse Zeichen vom Himmel wird es geben. 12 Vor diesem allem aber werden sie ihre Haende an euch legen und euch verfolgen, indem sie euch an die Synagogen und Gefaengnisse ueberliefern, um euch vor Koenige und Statthalter zu fuehren um meines Namens willen. 13 Es wird euch aber zu einem Zeugnis ausschlagen. 14 Setzt es nun fest in euren Herzen, nicht vorher darauf zu sinnen, wie ihr euch verantworten sollt, 15 denn ich werde euch Mund und Weisheit geben, der alle eure Widersacher nicht werden widersprechen oder widerstehen koennen. 16 Ihr werdet aber sogar von Eltern und Bruedern und Verwandten und Freunden ueberliefert werden, und sie werden einige von euch toeten; 17 und ihr werdet von allen gehasst werden um meines Namens willen. 18 Und nicht ein Haar von eurem Haupt wird verloren gehen. 19 Gewinnt eure Seelen durch euer Ausharren. 20 Wenn ihr aber Jerusalem von Heerscharen umzingelt seht, dann erkennt, dass seine Verwuestung nahe gekommen ist. 21 Dann sollen die in Judaea auf die Berge fliehen und die in seiner Mitte sind, daraus entweichen, und die auf dem Land sind, nicht dort hineingehen. 22 Denn dies sind Tage der Rache, dass alles erfuellt werde, was geschrieben steht. 23 Wehe aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen! Denn grosse Not wird ueber dem Land sein und Zorn ueber diesem Volk. 24 Und sie werden fallen durch die Schaerfe des Schwertes und gefangen weggefuehrt werden unter alle Nationen; und Jerusalem wird zertreten werden von den Nationen, bis die Zeiten der Nationen erfuellt sein werden. 25 Und es werden Zeichen sein an Sonne und Mond und Sternen und auf der Erde Bedraengnis der Nationen in Ratlosigkeit bei brausendem Meer und Wasserwogen, 26 waehrend die Menschen verschmachten vor Furcht und Erwartung der Dinge, die ueber den Erdkreis kommen, denn die Kraefte der Himmel werden erschuettert werden. 27 Und dann werden sie den Sohn des Menschen kommen sehen in einer Wolke mit Macht und grosser Herrlichkeit. 28 Wenn aber diese Dinge anfangen zu geschehen, so blickt auf und hebt eure Haeupter empor, weil eure Erloesung naht.

Endzeitrede: Ermahnung zur Wachsamkeit.

V. 29-33: Mt 24,32-35; Mk 13,28-31.

29 Und er sprach ein Gleichnis zu ihnen: Seht den Feigenbaum und alle Baeume; 30 wenn sie schon ausschlagen, so erkennt ihr von selbst, da ihr es seht, dass der Sommer schon nahe ist. 31 So erkennt auch ihr, wenn ihr dies geschehen seht, dass das Reich Gottes nahe ist. 32 Wahrlich, ich sage euch, dass dieses Geschlecht nicht vergehen wird, bis alles geschehen ist. 33 Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen. 34 Huetet euch aber, dass eure Herzen nicht etwa beschwert werden durch Voellerei und Trunkenheit und Lebenssorgen und jener Tag ploetzlich ueber euch hereinbricht; 35 denn wie ein Fallstrick wird er kommen ueber alle, die auf dem ganzen Erdboden ansaessig sind. 36 Wacht nun und betet zu aller Zeit, dass ihr wuerdig geachtet werdet, diesem allem, was geschehen soll, zu entfliehen und vor dem Sohn des Menschen zu stehen.

Anschlag der Hohenpriester und Verrat des Judas.

37 Er lehrte aber des Tages in dem Tempel, und des Nachts ging er hinaus und uebernachtete auf dem Berg, der Oelberg genannt wird. 38 Und das ganze Volk kam fruehmorgens im Tempel zu ihm, ihn zu hoeren.

Mt 26,1-5.14-16; Mk 14,1.2.10.11.

22

Es nahte aber das Fest der ungesaeuerten Brote, das Passah genannt wird. 2 Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn umbringen koennten, denn sie fuerchteten das Volk. 3 Aber Satan fuhr in Judas mit Beinamen Iskariot, der aus der Zahl der Zwoelf war. 4 Und er ging hin und besprach sich mit den Hohenpriestern und Hauptleuten, wie er ihn an sie ueberliefere. 5 Und sie waren erfreut und kamen ueberein, ihm Geld zu geben. 6 Und er versprach es und suchte eine Gelegenheit, um ihn ohne Volksauflauf an sie zu ueberliefern.

Passahmahl.

Mt 26,17-20.29; Mk 14,12-17.25.

7 Es kam aber der Tag der ungesaeuerten Brote, an dem das Passah geschlachtet werden musste. 8 Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Geht hin und bereitet uns das Passah, dass wir es essen. 9 Sie aber sprachen zu ihm: Wo willst du, dass wir es bereiten? 10 Er aber sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr in die Stadt kommt, wird euch ein Mensch begegnen, der einen Krug Wasser traegt. Folgt ihm in das Haus, wo er hineingeht! 11 Und ihr sollt zu dem Herrn des Hauses sagen: Der Lehrer sagt dir: Wo ist das Gastzimmer, wo ich mit meinen Juengern das Passah essen kann? 12 Und jener wird euch einen grossen, mit Polstern belegten Obersaal zeigen, dort bereitet. 13 Als sie aber hingingen, fanden sie es, wie er ihnen gesagt hatte; und sie bereiteten das Passah.

14 Und als die Stunde gekommen war, legte er sich zu Tisch und die Apostel mit ihm. 15 Und er sprach zu ihnen: Mit Sehnsucht habe ich mich gesehnt, dieses Passah mit euch zu essen, ehe ich leide. 16 Denn ich sage euch, dass ich es gewiss nicht [mehr] essen werde, bis es erfuellt sein wird im Reich Gottes. 17 Und er nahm einen Kelch, dankte und sprach: Nehmt diesen und teilt ihn unter euch! 18 Denn ich sage euch, dass ich nicht von dem Gewaechs des Weinstocks trinken werde, bis das Reich Gottes kommt.

Einsetzung des Herrenmahls.

Mt 26,26-28; Mk 14,22-24; 1Kor 11,23-25.

19 Und er nahm Brot, dankte, brach und gab es ihnen und sprach: Dies ist mein Leib, der fuer euch gegeben wird. Dies tut zu meinem Gedaechtnis! 20 Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das fuer euch vergossen wird. Ankuendigung des Verrats - Wahre Groesse im Reich Gottes -

Ankuendigung der Verleugnung durch Petrus und der Vollendung Jesu.

V. 21-23: Mt 26,21-25; Mk 14,18-21; Joh 13,18-30.

21 Doch siehe, die Hand dessen, der mich ueberliefert, ist mit mir auf dem Tisch. 22 Und der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie es beschlossen ist. Wehe aber jenem Menschen, durch den er ueberliefert wird! 23 Und sie fingen an, sich untereinander zu befragen, wer es wohl von ihnen sein moechte, der dies tun werde.

24 Es entstand aber auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen fuer den Groessten zu halten sei. 25 Er aber sprach zu ihnen: Die Koenige der Nationen herrschen ueber sie, und die Gewalt ueber sie ueben, lassen sich Wohltaeter nennen. 26 Ihr aber nicht so! Sondern der Groesste unter euch sei wie der Juengste und der Leiter wie der Dienende. 27 Denn wer ist groesser, der zu Tisch Liegende oder der Dienende? Nicht der zu Tisch Liegende? Ich aber bin in eurer Mitte wie der Dienende. 28 Ihr aber seid es, die mit mir ausgeharrt haben in meinen Versuchungen; 29 und ich verordne euch, wie mein Vater mir verordnet hat, ein Reich, 30 dass ihr esst und trinkt an meinem Tisch in meinem Reich und auf Thronen sitzt, die zwoelf Staemme Israels zu richten.

V. 31-34: Mt 26,31-35; Mk 14,27-31; Joh 13,36-38.

31 Der Herr aber sprach: Simon, Simon! Siehe, der Satan hat euer begehrt, euch zu sichten wie den Weizen. 32 Ich aber habe fuer dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhoere; und wenn du einst zurueckgekehrt bist, so staerke deine Brueder. 33 Er aber sprach zu ihm: Herr, mit dir bin ich bereit, auch ins Gefaengnis und in den Tod zu gehen. 34 Er aber sprach: Ich sage dir, Petrus, der Hahn wird heute nicht kraehen, ehe du dreimal geleugnet hast, dass du mich kennst. 35 Und er sprach zu ihnen: Als ich euch ohne Boerse und Tasche und Sandalen sandte, mangelte euch wohl etwas? Sie aber sagten: Nichts. 36 Er sprach nun zu ihnen: Aber jetzt, wer eine Boerse hat, der nehme sie und ebenso eine Tasche, und wer nicht hat, verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert; 37 denn ich sage euch, dass noch dieses, was geschrieben steht, an mir erfuellt werden muss: ‘Und er ist unter die Gesetzlosen gerechnet worden; denn auch das, was mich betrifft, hat eine Vollendung. 38 Sie aber sprachen: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug.

Gethsemane.

Mt 26,30.36-46; Mk 14,26.32-42.

39 Und er ging hinaus und begab sich der Gewohnheit nach zum Oelberg; es folgten ihm aber auch die Juenger. 40 Als er aber an den Ort gekommen war, sprach er zu ihnen: Betet, dass ihr nicht in Versuchung kommt! 41 Und er zog sich ungefaehr einen Steinwurf weit von ihnen zurueck und kniete nieder, betete 42 und sprach: Vater, wenn du diesen Kelch von mir wegnehmen willst - doch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe! 43 Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel, der ihn staerkte. 44 Und als er in ringendem Kampf war, betete er heftiger. Es wurde aber sein Schweiss wie grosse Blutstropfen, die auf die Erde herabfielen. 45 Und er stand auf vom Gebet, kam zu den Juengern und fand sie eingeschlafen vor Traurigkeit. 46 Und er sprach zu ihnen: Was schlaft ihr? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt!

Gefangennahme.

Mt 26,47-56; Mk 14,43-50; Joh 18,2-12.

47 Waehrend er noch redete, siehe, [da kam] eine Volksmenge, und der, welcher Judas hiess, einer von den Zwoelfen, ging vor ihnen her und nahte Jesus, um ihn zu kuessen. 48 Jesus aber sprach zu ihm: Judas, ueberlieferst du den Sohn des Menschen mit einem Kuss? 49 Als aber die, welche um ihn waren, sahen, was es werden wuerde, sprachen sie: Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen? 50 Und einer von ihnen schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab. 51 Jesus aber antwortete und sprach: Lasst es so weit! Und er ruehrte sein Ohr an und heilte ihn. 52 Jesus aber sprach zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und Aeltesten, die gegen ihn gekommen waren: Seid ihr ausgezogen wie gegen einen Raeuber, mit Schwertern und Stoecken? 53 Als ich taeglich bei euch im Tempel war, habt ihr die Haende nicht gegen mich ausgestreckt; aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis.

Verleugnung durch Petrus.

Mt 26,57.58.69-75; Mk 14,53.54.66-72; Joh 18,13-18.25-27.

54 Sie ergriffen ihn aber und fuehrten ihn hin und brachten ihn in das Haus des Hohenpriesters. Petrus aber folgte von fern. 55 Als sie aber mitten im Hof ein Feuer angezuendet und sich zusammengesetzt hatten, setzte sich Petrus in ihre Mitte. 56 Es sah ihn aber eine Magd bei dem Feuer sitzen und blickte ihn scharf an und sprach: Auch dieser war mit ihm. 57 Er aber leugnete und sagte: Frau, ich kenne ihn nicht. 58 Und kurz danach sah ihn ein anderer und sprach: Auch du bist [einer] von ihnen. Petrus aber sprach: Mensch, ich bin}s nicht. 59 Und nach Verlauf von etwa einer Stunde behauptete ein anderer und sagte: In Wahrheit, auch dieser war mit ihm, denn er ist auch ein Galilaeer. 60 Petrus aber sprach: Mensch, ich weiss nicht, was du sagst. Und sogleich, waehrend er noch redete, kraehte der Hahn. 61 Und der Herr wandte sich um und blickte Petrus an; und Petrus gedachte an das Wort des Herrn, wie er zu ihm sagte: Ehe der Hahn kraeht, wirst du mich dreimal verleugnen. 62 Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich.

Vor dem Hohen Rat.

Mt 26,59-68; 27,1; Mk 14,55-65; 15,1; Joh 18,19-24.

63 Und die Maenner, die ihn festhielten, verspotteten und schlugen ihn. 64 Und als sie ihn verhuellt hatten, fragten sie ihn und sprachen: Weissage, wer ist es, der dich schlug? 65 Und vieles andere sagten sie laesternd gegen ihn.

66 Und als es Tag wurde, versammelte sich die Aeltestenschaft des Volkes, Hohepriester wie Schriftgelehrte, und fuehrten ihn hin in ihren Hohen Rat 67 und sagten: Wenn du der Christus bist, so sage es uns. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich es euch sage, so wuerdet ihr nicht glauben; 68 wenn ich aber fragen wuerde, so wuerdet ihr mir nicht antworten. 69 Von nun an aber wird der Sohn des Menschen sitzen zur Rechten der Macht Gottes. 70 Sie sprachen aber alle: Du bist also der Sohn Gottes? Er aber sprach zu ihnen: Ihr sagt, dass ich es bin. 71 Sie aber sprachen: Was brauchen wir noch Zeugnis? Denn wir selbst haben es aus seinem Mund gehoert.

Anklage vor Pilatus und Herodes.

V. 1-5: Mt 27,2.11-14; Mk 15,1-5; Joh 18,28-38.

23

Und die ganze Menge derselben stand auf, und sie fuehrten ihn zu Pilatus. 2 Sie fingen aber an, ihn zu verklagen, und sagten: Diesen haben wir befunden als einen, der unsere Nation verfuehrt und wehrt, dem Kaiser Steuer zu geben, indem er sagt, dass er selbst Christus, ein Koenig, sei. 3 Pilatus aber fragte ihn und sprach: Bist du der Koenig der Juden? Er aber antwortete ihm und sprach: Du sagst es. 4 Pilatus aber sprach zu den Hohenpriestern und den Volksmengen: Ich finde keine Schuld an diesem Menschen. 5 Sie aber bestanden darauf und sagten: Er wiegelt das Volk auf und lehrt durch ganz Judaea hin, angefangen von Galilaea bis hierher.

6 Als aber Pilatus von Galilaea hoerte, fragte er, ob der Mensch ein Galilaeer sei. 7 Und als er erfahren hatte, dass er aus dem Machtbereich des Herodes sei, sandte er ihn zu Herodes, der auch selbst in jenen Tagen in Jerusalem war. 8 Als aber Herodes Jesus sah, freute er sich sehr; denn er wuenschte schon seit langer Zeit, ihn zu sehen, weil er vieles ueber ihn gehoert hatte, und er hoffte, irgend ein Zeichen durch ihn geschehen zu sehen. 9 Er befragte ihn aber mit vielen Worten; er jedoch antwortete ihm nichts. 10 Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten standen nun auf und verklagten ihn heftig. 11 Als aber Herodes mit seinen Kriegsleuten ihn geringschaetzend behandelt und verspottet hatte, warf er ihm ein glaenzendes Gewand um und sandte ihn zu Pilatus zurueck. 12 Pilatus und Herodes aber wurden an diesem Tag Freunde miteinander; denn vorher waren sie gegeneinander in Feindschaft.

Freilassung fuer Barabbas - Todesurteil fuer Jesus.

Mt 27,15-26; Mk 15,6-15; Joh 18,39.40; 19,1.16.

13 Als aber Pilatus die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammengerufen hatte, 14 sprach er zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als mache er das Volk abwendig; und siehe, ich habe ihn vor euch verhoert und habe an diesem Menschen keine Schuld gefunden, worin ihr ihn anklagt; 15 aber auch Herodes nicht, denn ich habe euch zu ihm gesandt, und siehe, nichts Todeswuerdiges ist von ihm getan. 16 Ich will ihn nun zuechtigen und losgeben. (17) 18 Die ganze Menge schrie aber zugleich und sagte: Weg mit diesem, gib uns aber den Barabbas los! 19 Der war wegen eines Aufruhrs, der in der Stadt geschehen war, und wegen eines Mordes ins Gefaengnis geworfen. 20 Pilatus rief ihnen nun wieder zu, weil er Jesus losgeben wollte. 21 Sie aber schrien dagegen und sagten: Kreuzige, kreuzige ihn! 22 Er aber sprach zum dritten Mal zu ihnen: Was hat dieser denn Boeses getan? Ich habe keine Ursache des Todes an ihm gefunden; ich will ihn nun zuechtigen und losgeben. 23 Sie aber setzten ihm zu mit lautem Geschrei und forderten, dass er gekreuzigt werde. Und ihr Geschrei nahm ueberhand. 24 Pilatus aber entschied, dass ihre Forderung erfuellt werde. 25 Er gab aber den los, der eines Aufruhrs und Mordes wegen ins Gefaengnis geworfen war, den sie forderten; Jesus aber uebergab er ihrem Willen.

Der Weg zum Kreuz.

Mt 27,31.32; Mk 15,20-22; Joh 19,16.17.

26 Und als sie ihn wegfuehrten, ergriffen sie einen gewissen Simon von Kyrene, der vom Feld kam, und legten das Kreuz auf ihn, damit er es Jesus nachtrug. 27 Es folgte ihm aber eine grosse Menge Volks und Frauen, die wehklagten und ihn bejammerten. 28 Jesus wandte sich aber zu ihnen und sprach: Toechter Jerusalems, weint nicht ueber mich, sondern weint ueber euch selbst und ueber eure Kinder! 29 Denn siehe, Tage kommen, an denen man sagen wird: Glueckselig die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren, und die Brueste, die nicht gestillt haben! 30 Dann werden sie anfangen, zu den Bergen zu sagen: Fallt auf uns! und zu den Huegeln: Bedeckt uns! 31 Denn wenn man dies tut an dem gruenen Holz, was wird an dem duerren geschehen? 32 Es wurden aber auch zwei andere hingefuehrt, Uebeltaeter, um mit ihm hingerichtet zu werden.

Golgatha: Kreuzigung.

V. 33-36: Mt 27,33-44; Mk 15,23-32; Joh 19,18-24.

33 Und als sie an den Ort kamen, der Schaedel[staette] genannt wird, kreuzigten sie dort ihn und die Uebeltaeter, den einen zur Rechten, den anderen zur Linken. 34 Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! Sie aber verteilten seine Kleider und warfen das Los [darueber]. 35 Und das Volk stand und sah zu; es hoehnten aber auch die Obersten und sagten: Andere hat er gerettet. Er rette sich selbst, wenn dieser der Christus ist, der Auserwaehlte Gottes! 36 Aber auch die Soldaten verspotteten ihn, indem sie hinzutraten, ihm Essig brachten 37 und sagten: Wenn du der Koenig der Juden bist, so rette dich selbst! 38 Es war aber auch eine Aufschrift ueber ihm in griechischen und lateinischen und hebraeischen Buchstaben: Dieser ist der Koenig der Juden.

39 Einer der gehenkten Uebeltaeter aber laesterte ihn: Bist du nicht der Christus? Rette dich selbst und uns! 40 Der andere aber antwortete und strafte ihn und sprach: Auch du fuerchtest Gott nicht, da du in demselben Gericht bist? 41 Und wir zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeziemendes getan. 42 Und er sprach: Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst! 43 Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.

Golgatha: Tod.

Mt 27,45-56; Mk 15,33-41; Joh 19,28-30.

44 Es war aber um die sechste Stunde; und es kam eine Finsternis ueber das ganze Land bis zur neunten Stunde, 45 wobei die Sonne sich verfinsterte; der Vorhang des Tempels aber riss mitten entzwei. 46 Und Jesus rief mit lauter Stimme und sprach: Vater, in deine Haende uebergebe ich meinen Geist! Und als er dies gesagt hatte, verschied er.

47 Als aber der Hauptmann sah, was geschah, verherrlichte er Gott und sagte: Wirklich, dieser Mensch war gerecht. 48 Und die ganzen Volksmengen, die zu diesem Schauspiel zusammengekommen waren, schlugen sich, als sie sahen, was geschehen war, an die Brust und kehrten zurueck. 49 Aber alle seine Bekannten standen von fern, auch die Frauen, die ihm von Galilaea nachgefolgt waren, und sahen dies.

Grablegung.

Mt 27,57-61; Mk 15,42-47; Joh 19,38-42.

50 Und siehe, ein Mann mit Namen Joseph, der ein Ratsherr war, ein guter und gerechter Mann 51 - dieser hatte nicht eingewilligt in ihren Rat und in ihre Tat - von Arimathia, einer Stadt der Juden, der das Reich Gottes erwartete; 52 dieser ging hin zu Pilatus und bat um den Leib Jesu. 53 Und als er ihn abgenommen hatte, wickelte er ihn in feines Leinentuch und legte ihn in eine in Felsen gehauene Gruft, worin noch nie jemand gelegen hatte. 54 Und es war Ruesttag, und der Sabbat brach an. 55 Es folgten aber die Frauen nach, die mit ihm aus Galilaea gekommen waren, und besahen die Gruft, und wie sein Leib hineingelegt wurde. 56 Als sie aber zurueckgekehrt waren, bereiteten sie wohlriechende Oele und Salben; und den Sabbat ueber ruhten sie nach dem Gebot.

Die Frauen am leeren Grab - Verkuendigung der Auferstehung.

Mt 28,1-10; Mk 16,1-11; Joh 20,1-18.

24

An dem ersten Wochentag aber, ganz in der Fruehe, kamen sie zu der Gruft und brachten die wohlriechenden Oele, die sie bereitet hatten. 2 Sie fanden aber den Stein von der Gruft weggewaelzt; 3 und als sie hineingingen, fanden sie den Leib des Herrn Jesus nicht. 4 Und es geschah, als sie darueber in Verlegenheit waren, siehe, da standen zwei Maenner in strahlenden Kleidern bei ihnen. 5 Als sie aber von Furcht erfuellt wurden und das Angesicht zur Erde neigten, sprachen diese zu ihnen: Was sucht ihr den Lebendigen unter den Toten? 6 Er ist nicht hier, sondern ist auferstanden. Gedenkt daran, wie er zu euch geredet hat, als er noch in Galilaea war, 7 indem er sagte: Der Sohn des Menschen muss in die Haende suendiger Menschen ueberliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen. 8 Und sie gedachten an seine Worte; 9 und sie kehrten von der Gruft zurueck und verkuendeten dies alles den Elfen und den uebrigen allen. 10 Es waren aber die Maria Magdalena und Johanna und Maria, des Jakobus [Mutter], und die uebrigen mit ihnen, die dies zu den Aposteln sagten. 11 Und ihre Reden schienen ihnen wie leeres Gerede, und sie glaubten ihnen nicht. 12 Petrus aber stand auf und lief zur Gruft; und als er sich hineinbeugt, sieht er nur die leinenen Tuecher liegen. Und er ging nach Hause und wunderte sich ueber das, was geschehen war.

Erscheinung des Auferstandenen auf dem Weg nach Emmaus.

Mk 16,12.13.

13 Und siehe, zwei von ihnen gingen an diesem Tag nach einem Dorf mit Namen Emmaus, sechzig Stadien von Jerusalem entfernt. 14 Und sie unterhielten sich miteinander ueber dies alles, was sich zugetragen hatte. 15 Und es geschah, waehrend sie sich unterhielten und miteinander ueberlegten, dass Jesus selbst nahte und mit ihnen ging; 16 aber ihre Augen wurden gehalten, so dass sie ihn nicht erkannten. 17 Er sprach aber zu ihnen: Was sind das fuer Reden, die ihr im Gehen miteinander wechselt? Und sie blieben niedergeschlagen stehen. 18 Einer aber, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu ihm: Bist du der einzige, der in Jerusalem weilt und nicht weiss, was dort geschehen ist in diesen Tagen? 19 Und er sprach zu ihnen: Was denn? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesus, dem Nazarener, der ein Prophet war, maechtig im Werk und Wort vor Gott und dem ganzen Volk; 20 und wie ihn die Hohenpriester und unsere Obersten ueberlieferten, dass er zum Tod verurteilt wuerde, und ihn kreuzigten. 21 Wir aber hofften, dass er der sei, der Israel erloesen solle. Doch auch bei alledem ist es heute der dritte Tag, seitdem dies geschehen ist. 22 Aber auch einige Frauen von uns haben uns aus der Fassung gebracht, die am fruehen Morgen bei der Gruft gewesen sind 23 und, als sie seinen Leib nicht fanden, kamen und sagten, dass sie auch eine Erscheinung von Engeln gesehen haetten, die sagen, dass er lebe. 24 Und einige von denen, die mit uns sind, gingen zu der Gruft und fanden es so, wie auch die Frauen gesagt hatten; ihn aber sahen sie nicht. 25 Und er sprach zu ihnen: O ihr Unverstaendigen und traegen Herzens, zu glauben an alles, was die Propheten geredet haben! 26 Musste nicht der Christus dies leiden und in seine Herrlichkeit eingehen? 27 Und von Mose und von allen Propheten anfangend, erklaerte er ihnen in allen Schriften das, was ihn betraf. 28 Und sie nahten dem Dorf, wohin sie gingen; und er stellte sich, als wolle er weitergehen. 29 Und sie noetigten ihn und sagten: Bleibe bei uns, denn es ist gegen Abend, und der Tag hat sich schon geneigt. Und er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben. 30 Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch lag, nahm er das Brot und segnete es; und als er es gebrochen hatte, reichte er es ihnen. 31 Ihre Augen aber wurden aufgetan, und sie erkannten ihn; und er wurde vor ihnen unsichtbar. 32 Und sie sprachen zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, wie er auf dem Weg zu uns redete und wie er uns die Schriften oeffnete? 33 Und sie standen zur gleichen Stunde auf und kehrten nach Jerusalem zurueck. Und sie fanden die Elf, und die mit ihnen waren, versammelt, 34 die sagten: Der Herr ist wirklich auferweckt worden und dem Simon erschienen. 35 Und sie erzaehlten, was auf dem Weg [geschehen war] und wie er von ihnen erkannt worden war am Brechen des Brotes.

Erscheinung des Auferstandenen vor den Juengern.

Mk 16,14.15; Joh 20,19-23.

36 Waehrend sie aber dies redeten, stand er selbst in ihrer Mitte und sprach zu ihnen: Friede euch! 37 Sie aber erschraken und wurden von Furcht erfuellt und meinten, sie saehen einen Geist. 38 Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr bestuerzt, und warum steigen Gedanken auf in euren Herzen? 39 Seht meine Haende und meine Fuesse, dass ich es selbst bin; betastet mich und seht, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr seht, dass ich habe. 40 Und als er dies gesagt hatte, zeigte er ihnen die Haende und die Fuesse. 41 Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich wunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? 42 Sie aber reichten ihm ein Stueck gebratenen Fisch; 43 und er nahm und ass vor ihnen. 44 Er sprach aber zu ihnen: Dies sind meine Worte, die ich zu euch redete, als ich noch bei euch war, dass alles erfuellt werden muss, was ueber mich geschrieben steht in dem Gesetz Moses und den Propheten und Psalmen. 45 Dann oeffnete er ihnen das Verstaendnis, damit sie die Schriften verstaenden, 46 und sprach zu ihnen: So steht geschrieben, und so musste der Christus leiden und am dritten Tag auferstehen aus den Toten 47 und in seinem Namen Busse und Vergebung der Suenden gepredigt werden allen Nationen, anfangend von Jerusalem. 48 Ihr aber seid Zeugen hiervon; 49 und siehe, ich sende die Verheissung meines Vaters auf euch. Ihr aber, bleibt in der Stadt, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Hoehe.

Himmelfahrt.

Mk 16,19; Apg 1,9-12.

50Er fuehrte sie aber hinaus bis nach Bethanien und hob seine Haende auf und segnete sie. 51 Und es geschah, waehrend er sie segnete, schied er von ihnen und wurde hinaufgetragen in den Himmel. 52 Und sie warfen sich vor ihm nieder und kehrten nach Jerusalem zurueck mit grosser Freude; 53 und sie waren allezeit im Tempel und priesen Gott.

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